Das CARE-Paket

CARE zählt zu den größten Hilfsorganisationen weltweit. Im Jahr 2015 kamen 890 CARE-Projekte insgesamt mehr als 65 Millionen Menschen in 95 Ländern zugute. Seit beinahe 70 Jahren kämpft CARE gegen die Armut und für ein Leben in Würde. CARE-Pakete helfen überall dort, wo die Not am größten ist und ermöglichen Hilfe zur Selbsthilfe.

Wie alles begann mit dem CARE-Paket…
Am 27. November 1945 schlugen Arthur Ringland und Dr. Lincoln Clark einem Konsortium aus 22 amerikanischen Hilfsorganisationen vor, eine private Hilfsorganisation zu bilden – CARE war gegründet. Der Name wurde von Alice Clark, Lincoln Clarks Frau, erdacht und stand für „Cooperative for American Remittances to Europe“ – gleichzeitig bedeutet CARE aber auch: Sorge, Fürsorge. Selten war ein Kürzel so treffend.

Die ersten Pakete erhielt CARE von der US-Army. Es handelte sich um sogenannte „10-in-1 Pakete“ – ursprünglich dafür gedacht, zehn US-Soldaten mit einer Mahlzeit (bzw. einen Soldaten mit zehn Mahlzeiten) zu versorgen.

CARE-Büro am Schottenring. Foto: CARE

Das CARE-Paket in Österreich
Am 25. Juli 1946 übergab US-General Clark die ersten zehn CARE-Pakete, die US-Präsident Truman symbolisch an das österreichische Volk spendete, an Bundespräsidenten Renner. Gerade in Wien – das damals als „hungrigste Großstadt Europas“ galt – wurden die CARE-Pakete dringend benötigt: Die durchschnittliche tägliche Kalorienversorgung betrug 980 Kalorien pro Person. Die Sterberate war dreimal höher als 1930.

Es gab zwei verschiedene Arten der CARE-Pakete: personalisierte CARE-Pakete und „general-relief-Pakete“. Anfänglich wurden die als „Liebesabgaben“ bekannten CARE-Pakete nur an Einzelpersonen verteilt, die Bekannte in Übersee hatten. Die EmpfängerInnen wurden von der Ankunft ihres Paketes verständigt und holten es dann in den Lagerhäusern ab. CARE garantierte, dass die Pakete beim Empfänger bzw. der Empfängerin ankamen – ansonsten: Geld zurück.

Bald trafen auch „general relief“-Pakete in Österreich ein. Wer diese Pakete bekam (meist Altersheime, Krankenhäuser und Schulen) entschied das Bundesministerium für soziale Verwaltung (BMfSV).

Foto: CARE

Hilfe zur Selbsthilfe
Nach und nach wurden die Inhalte der CARE-Pakete flexibler gestaltet. Ab 1947 wurden die Lebensmittelpakete um Schokolade, Honig, Dörrobst und vieles mehr ergänzt. Zudem gab es auch neue CARE-Pakete – wie Decken-, Säuglings-, und Wollstoffpakete oder CARE-Pakete mit koscherem Essen.

1949 wurde eine neue Philosophie begründet: „Hilfe zur Selbsthilfe!“ CARE dachte an langfristige Hilfe für die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs: zunächst wurde das CARE-Saatgutprogramm gegründet. Später folgten das CARE-Bücherprogramm (Medizinbücher an Universitäten), das CARE-Swan-Seifenprogramm (gespendet von Lever Brothers) und das CARE-Tide-of-toys-Programm (Spielzeugspende an Krankenhäuser & Erziehungsheime). Diese Programme ermöglichten den ÖsterreicherInnen, wieder für sich selbst zu sorgen.

Bis zum Jahr 1955 wurden über 1.000.000 CARE-Pakete im Wert von 9,9 Millionen US-Dollar nach Österreich geschickt. Durchschnittlich hat jede/r 7. ÖsterreicherIn von einem CARE-Paket profitiert. Aus Dankbarkeit nominierte der österreichische Ministerrat auf Vorschlag von Bundeskanzler Figl CARE im Jahr 1949 für den Friedensnobelpreis.

Weitere Fotos vom historischen CARE-Paket finden Sie hier.