Zentral-Europa / Österreich: Hemayat, Platz für neue Hoffnung

Hemayat ist ein Wort aus dem arabischen Sprachraum und bedeutet „Betreuung“ und „Schutz“

Nichts ist mehr, wie es vorher war
Die im Krieg oder unter politisch repressiven Verhältnissen erlittenen Traumata wirken oft weit über die Dauer des unmittelbar lebensbedrohlichen Ereignisses hinaus. Psychologisch bedeutet eine Traumatisierung einen tiefen Einbruch, nach dem nichts mehr so ist, wie es vorher war.

Um ihr Leben zu retten, mussten die ProjektteilnehmerInnen von Hemayat ihre Heimat als Flüchtlinge verlassen. Dies bedeutet einen oft überstürzten und ungeplanten Aufbruch ohne Abschied und einen Neubeginn in einem Land, von dem sie vorher oft nicht einmal den Namen kannten. Neben der erlittenen Traumatisierung durch Folter und Krieg müssen nun auch der Verlust der Heimat, der Verwandten und FreundInnen und die Orientierungslosigkeit in fremder Umgebung bewältigt werden.

Die Gegenwart erträglich machen
Wer gefoltert wurde oder schwerste Kriegsgräuel überlebt hat, braucht zuerst einmal einen Rahmen, in dem er/sie sich wieder sicher fühlen kann. Vertrauen in die Welt und in andere Menschen muss oft erst wieder Schritt für Schritt zurück gewonnen werden.

Bei Hemayat arbeiten speziell dafür ausgebildete ÄrztInnen, PsychologInnen und PsychotherapeutInnen. Die Symptome werden so schnell wie möglich durch Behandlung gelindert, damit nach einer unerträglichen Vergangenheit zumindest die Gegenwart wieder erträglich wird.

Respekt schafft Vertrauen
Ein Grundprinzip von Hemayat ist der Respekt gegenüber der kulturellen und sozialen Identität der ProjektteilnehmerInnen. Um sprachliche Barrieren möglichst gering zu halten, werden besonders geschulte ÜbersetzerInnen beigezogen, die Teil des therapeutischen Settings werden. Das Einbeziehen von DolmetscherInnen ermöglicht den betroffenen Menschen leichteren Zugang zu den Betreuungsleistungen – selbst kurz nach ihrer Ankunft in Österreich.

CARE unterstützt den Verein Hemayat
Der Verein Hemayat hat sich seit seiner Gründung 1994 in Wien als Zentrum für medizinische, psychologische und psychotherapeutische Betreuung von Folter- und Kriegsüberlebenden etabliert. Er betreut ca. 600 schwer traumatisierte Menschen im Jahr.

Um lebenslanges Leiden an den Folgen der Folter und darüber hinaus eine Weitergabe der Traumatisierung an die nächste Generation zu vermeiden, muss den Betroffenen so rasch wie möglich Hilfe zukommen. CARE Österreich unterstützt den Verein Hemayat dabei.

CARE-Projekte sind durch einen ganzheitlichen Ansatz geprägt. Dabei versucht CARE notleidenden Menschen nicht nur kurzfristig zu helfen, sondern erarbeitet mit ihnen gemeinsam Konzepte, die langfristige Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen erzielen. Die Arbeit von CARE findet hauptsächlich direkt in den betroffenen Ländern statt. Die Klienten von Hemayat suchen Zuflucht und Schutz in Österreich und haben ähnliche/ gleiche Bedürfnisse wie die Menschen, denen CARE Hilfe vor Ort anbietet. Deshalb erachtet es CARE als wichtig, die Arbeit von Hemayat mitzuunterstützen. Im Projekt PART lässt Hemayat Gefühle durch Kunsttherapie sprechen. Dabei wird sichtbar, wie die persönliche und gemeinschaftliche Verarbeitung von Krieg und Folter den Aufbau neuer Lebensperspektiven und den Einsatz für verbesserte Lebensbedingungen ermöglicht –eines der wichtigsten Anliegen von CARE in vielen Ländern dieser Welt und von CARE und Hemayat speziell in Österreich.

Mehr Infos
Was haben CARE und Hemayat gemeinsam?

 

 

Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende

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