Afrika / Asien / Äthiopien / Nepal / Uganda: Kein Friede ohne Frauen (länderübergreifend)

Mit dem Programm „Rechte fordern – Gleichstellung fördern“ setzt sich CARE in ehemaligen Konfliktregionen und chronisch von Ernährungsunsicherheit betroffenen Ländern für die Stärkung von Frauen und Mädchen ein. Derzeit werden im Rahmen dieses Programms Projekte in Äthiopien, Nepal und Uganda umgesetzt.

CARE verfolgt dabei einen holistischen Ansatz und setzt sich für die Stärkung (Empowerment) von Frauen auf verschiedenen Ebenen ein: Maßnahmen zur ökonomischen und politischen Stärkung von Frauen werden mit der Forderung nach gleichen Rechten, gleichberechtigtem Zugang zu Land und ökonomischen Ressourcen und dem Schutz vor Gewalt verbunden.

Das Programm bietet psychosoziale Unterstützung, fördert den Dialog in den Gemeinden und regt dazu an, Geschlechterrollen zu reflektieren, um gemeinsam die Ursachen von Armut, Diskriminierung und Gewalt zu diskutieren und letztlich überwinden zu können.

Durch das länderübergreifende Programm "Kein Friede ohne Frauen" werden Projekte zur Stärkung von Frauen in Äthiopien, Nepal und Uganda umgesetzt.

Länderübergreifendes Lernen
Das Programm fördert länderübergreifendes Lernen: Erfahrungen aus der Projektarbeit in einem Land werden an die anderen Länder weitergegeben und so die Arbeit zur Stärkung der Frauen gemeinsam weiterentwickelt. Der Einsatz für die Realisierung der Rechte von Frauen in den Projektländern wird mit politischer Anwaltschaft (Advocacy) in Österreich und auf internationaler Ebene verbunden.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Umsetzung der Resolutionen 1325 & 1820 des UN-Sicherheitsrates, die spezifische Gewalt gegen Frauen in bewaffneten Konflikten verurteilen und sich für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Friedensförderung (Peacebuilding) einsetzen.

Die Basis der Programmaktivitäten bilden Solidaritätsgruppen, die einen geschützten Raum darstellen, in denen Frauen sich austauschen können und darin bestärkt werden, ihre Stimmen zu erheben und aktiv ihre Rechte einzufordern. In den Solidaritätsgruppen werden verschiedene Trainings angeboten, die es Frauen ermöglichen sollen, wirtschaftliche Projekte umzusetzen, ihre ökonomische Situation zu verbessern und ihre finanziellen Existenzen zu sichern. Zudem organisieren sich die Frauen in Spargruppen und starten gemeinsam wirtschaftliche Projekte. Die Solidaritätsgruppen sind Ausgangspunkt für eine lokale und nationale Vernetzung in der Forderung nach Frauenrechten.

Drei Projektländer
In Uganda und in Nepal haben bewaffnete Konflikte tiefe Wunden in der Gesellschaft hinterlassen. Daher bietet das Programm psychosoziale Unterstützung durch SozialarbeiterInnen, die Beratung anbieten, psychologische, medizinische und rechtliche Unterstützung vermitteln und den Dialog in den Gemeinden fördern. Dadurch sollen einerseits die gesellschaftliche Solidarität nach dem Ende gewaltsamer Konflikte gefördert, von der Gesellschaft besonders isolierte Menschen wieder stärker in die Gemeinschaft eingebunden und das Bewusstsein für frauenspezifische Probleme und Benachteiligungen in der Gesellschaft erhöht werden. In Äthiopien werden im Rahmen des Programms gezielte Maßnahmen zur Ernährungssicherung & Klimawandelanpassung (food security & climate change adaptation) gesetzt, um die chronische Nahrungsmittelknappheit zu beenden.

Ein Schwerpunkt des Programms ist es, Geschlechterrollen zu reflektieren und Diskriminierungen und Benachteiligungen gegenüber Frauen aufzuheben. Aus der Erfahrung bisheriger Programme hat sich gezeigt, dass Frauenförderung besonders dann wirksam ist, wenn Geschlechterrollen kritisch hinterfragt und Beziehungen zwischen Männern und Frauen diskutiert werden können. Im Rahmen des Programms werden daher Männer gezielt einbezogen (Engaging Men & Boys). Freiwillige Aktivisten, meist Ehemänner von Frauen, die an Spar- und Kreditgruppen teilnehmen, engagieren sich als positive Rollenvorbilder in ihrem Umfeld für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern und in der Gewaltprävention.

Vom 10. – 13. November 2014 fand in Indien zum zweiten Mal das MenEngage Global Symposium statt. Mehr dazu hier.

CARE Gender Fokus
CARE hat die Stärkung von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter zum Fokus seiner Arbeit gemacht, um zur Umsetzung der Menschenrechte beizutragen und Armut nachhaltig und effektiv zu bekämpfen.

Frauen und Mädchen werden darin gestärkt, ihre Rechte einzufordern und ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten zu erweitern und dabei unterstützt, Strukturen und gesellschaftliche Verhältnisse zu verändern, die Benachteiligungen gegenüber Frauen begründen. CARE verfolgt einen transformativen Ansatz, der darauf abzielt, Geschlechterrollen zu reflektieren und zu verändern und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu fördern.

Die Arbeit von CARE zur Stärkung der Frauen setzt auf drei verschiedenen Ebenen an:

Auf der individuellen Ebene wird die Handlungsfähigkeit und das Selbstvertrauen von Frauen durch verschiedene Ausbildungen und die Zusammenarbeit mit anderen Frauen in Kleinspargruppen gestärkt. Sie werden darin unterstützt, wirtschaftliche Projekte umzusetzen, ökonomisch unabhängiger zu werden und in politischen Gremien ihre Interessen zu vertreten und ihre Rechte einzufordern.

Auf struktureller Ebene wird die Beteiligung und Repräsentation von Frauen in politischen Gremien, von den lokalen Gemeinden, bis hin zu nationalen Parlamenten, erhöht.

Auf gesellschaftlicher Ebene werden Geschlechterrollen reflektiert und nach und nach sozio-kulturelle Normen verändert, um Benachteiligungen und Diskriminierungen gegenüber Frauen abzubauen.

Weiterführende Informationen zum CARE Gender-Fokus gibt es hier:

Resolutionen des UN-Sicherheitsrats 1325 & 1820
In Nepal und Uganda wird die erfolgreiche Arbeit zur Stärkung von Frauen in Ländern, die von bewaffneten Konflikten betroffen sind, in der Umsetzung der Resolutionen 1325 & 1820 des UN-Sicherheitsrates weitergeführt. Diese rufen dazu auf, die Rechte von Frauen zu schützen und Frauen gleichberechtigt in Friedensverhandlungen und in den Wiederaufbau einzubeziehen. Weiters wird Gewalt gegen Frauen in bewaffneten Konflikten thematisiert und verurteilt sowie Vergewaltigungen und andere Formen sexualisierter Gewalt zu Kriegsverbrechen erklärt.

Anlässlich des 15. Jahrestags der UN-Sicherheitsratsresolution 1325 veröffentlichte CARE International das Positionspapier „Beyond 2015 for Women, Peace and Security“.

Projekte aus diesem Programm:

Äthiopien

Berchi – be strong!

Nepal

Sakcham – Frauen stärken!

Uganda

Männer unterstützen Frauenrechte

Finanzierung:

Mit einem länderübergreifenden Programm setzt sich CARE in ehemaligen Konfliktregionen und chronisch von Ernährungsunsicherheit betroffenen Ländern für die Stärkung von Frauen und Mädchen ein.

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