Naher Osten / Ägypten: Erbrechte für Frauen

Frauen sind überproportional von mangelndem Zugang zu bzw. fehlender Kontrolle über Eigentum sowie benachteiligendem Erbrecht betroffen, was sich in der Tatsache widerspiegelt, dass in Ägypten lediglich 4% der Landtitel auf Frauen ausgestellt sind. Sie sind stark benachteiligt, da die patrilineale Familien- und Erbschaftsstruktur vorsieht, dass Frauen Besitztum an ihre Ehemänner und Kinder weitergeben.

Mit dem Argument, Familienvermögen nicht aufteilen oder Land durch Heirat auf andere Familien übertragen zu müssen (Verlust von Land als Kapital), wird Frauen ihr rechtmäßiger Anteil an Erbschaften vorenthalten. Frauen werden ihrer ökonomischen Rechte beraubt und sind daher stärker gefährdet, ihre Ernährungs- und Einkommensgrundlage zu verlieren, insbesondere in Situationen, wo traditionelle Haushaltsvorstände (Ehemänner, Väter, Brüder) nicht vorhanden sind, sei es durch Krankheit, Scheidung, Verlassen, Gewalt, Migration oder Tod.

Ziel des Projektes ist, verbesserten Zugang von Frauen zu bzw. ihre Kontrolle über ökonomische Rechte, Ressourcen und Möglichkeiten sicherzustellen. Konkret sollen staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure in den Gouvernements Assiut und Sohag gemeinsam daran arbeiten, Frauen den Zugang zu Erbrecht zu ermöglichen und diese zu befähigen, ihren Besitz besser zu verwalten.

Das Projekt arbeitet mit 12,000 Frauen aus ländlichen Gemeinden, in welchen bewusstseinsbildende Kampagnen durchgeführt werden; 500 Frauen, die an Trainings zu Verwaltung von Geldmitteln und Eigentum teilnehmen; 300 Frauen, die rechtliche Unterstützung erhalten; 6 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Vermittlerorganisationen sowie religiösen und gemeinschaftlichen Führungspersonen auf lokaler und Gouvernement-Ebene. Letztlich soll das Projekt insgesamt ca. 36,000 Frauen und deren Familienangehörige erreichen.

Laufzeit: 01.01.2013 – 31.06.2016

Mehr Informationen zu diesem Projekt (auf Englisch): Hier klicken

Finanzierung

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