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Weltfrauentag: Ernüchternde Bilanz bei Rechten von Frauen und Mädchen in Krisengebieten

Hilfsorganisation CARE fordert mehr finanzielle Unterstützung für Frauenrechtsorganisationen – es besteht großer Aufholbedarf

Wien, 4. März 2021. Im Vorfeld des Weltfrauentages am 8. März zieht die internationale Hilfsorganisation CARE mit dem globalen Bericht „Time for a Better Bargain: How the Aid System Shortchanges Women and Girls in Crises“ eine ernüchternde Bilanz im Kampf um die Rechte von Frauen und Mädchen in Krisengebieten: Trotz einiger positiver Entwicklungen versäumen Geberländer, UN-Organisationen und Hilfsorganisationen weitgehend ihre Selbstverpflichtungen. Diese umfassen, dass es bis 2020 ausreichend finanzielle Mittel für Frauenrechtsorganisationen, für Geschlechtergerechtigkeit sowie für die Beteiligung von Frauen und Mädchen in der Krisenbewältigung geben sollte. Laut CARE stellte die Mehrheit der internationalen Geldgeber jedoch nicht einmal ein Prozent der gesamten Hilfsgelder für Frauenorganisationen in Krisen- und Konfliktgebieten bereit.

Die internationale Gemeinschaft hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Und die Konsequenzen tragen Frauen und Mädchen“, kritisiert Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Die COVID-19-Pandemie führt uns deutlich vor Augen, wie wichtig Frauen für die Bewältigung und Eindämmung dieser Krise sind. Wir können es uns nicht leisten, ihre Bedürfnisse, aber vor allem ihre Erfahrung und ihr Wissen außer Acht zu lassen.“ Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass Krisenhilfe, die von Frauen in die Hand genommen wird, eine effektivere und nachhaltigere Wirkung hat.

Die COVID-19-Pandemie macht selbst bescheidene Fortschritte von Gleichberechtigung zunichte
Die chronische Unterfinanzierung von Frauenorganisationen, die in Konflikten und Krisen arbeiten, verschärft sich weiter. Die Folgen für Frauen sind immens: Obwohl Frauen 70 Prozent des weltweiten Gesundheitspersonals ausmachen, war zu Beginn der Pandemie nicht einmal jede vierte Person in COVID-19-Entscheidungsgremien weiblich. „Hilfsmaßnahmen, die speziell auf Frauen und Mädchen ausgerichtet sind, werden schlichtweg vergessen. Die Pandemie wirkt sich aber auf Frauen und Männer unterschiedlich aus“, berichtet Barschdorf-Hager. Weltweit seien etwa die Fälle von häuslicher und sexualisierter Gewalt in die Höhe geschnellt. CARE-HelferInnen berichten von einer erheblichen Zunahme von Mädchenheiraten, weil Familien nicht mehr wissen, wie sie ihre Töchter ernähren sollen.

Forderung nach ausreichender Finanzierung und Berichterstattung
CARE fordert Geldgeber, UN-Organisationen und die internationale Gemeinschaft dringend dazu auf, die Ziele für die Förderung von Frauen und Mädchen in Krisen- und Konfliktgebieten schnell umzusetzen. Dazu gehört eine ausreichende Finanzierung sowie eine regelmäßige und transparente Berichterstattung über die Partnerschaften mit Frauenrechtsorganisationen.

Hintergrundinformationen für Redaktionen:
Die CARE-Analyse basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen. Bewertet wurden die zehn wichtigsten staatlichen Geber (wie etwa Deutschland, USA, UK und Japan), die Europäische Union und fünf UN-Organisationen in den Bereichen: Gleichberechtige Teilhabe von Frauen und Förderung ihrer Führungsrolle; Finanzierung von Programmen zur Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung von Frauen und Mädchen; sowie Unterstützung von Frauenrechtsorganisationen und von Frauen geführten Organisationen in Krisengebieten. Die Maßstäbe, an denen sich der Bericht orientiert, entsprechen den Verpflichtungen des ersten Weltgipfels für humanitäre Hilfe (2016). Und sie stehen im Einklang mit dem fünften Nachhaltigkeitsziel der UN-Agenda 2030 „Gleichstellung der Geschlechter“ sowie der Agenda „Frauen, Frieden und Sicherheit“ des UN-Sicherheitsrats. Der Weltgipfel für humanitäre Hilfe führte zur Verabschiedung des „Grand Bargain“, der ersten Vereinbarung zwischen den wichtigsten humanitären Gebern und implementierenden humanitären Organisationen zur Verbesserung der Effektivität und Effizienz von Nothilfemaßnahmen.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht in englischer Sprache.