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„Suffering in Silence“: Die Top 10 der vergessenen Krisen

Welche humanitären Krisen schaffen es kaum in die Schlagzeilen? Wo leiden Millionen Menschen unbeachtet von der Weltöffentlichkeit? Der Bericht „Suffering in Silence“ von CARE liefert die Antworten.

Link zum REPORT

(Wien/Genf, 28. Januar 2020) – Seit Jahren nur Hunger: Madagaskars Ernährungskrise belegt in dem heute weltweit veröffentlichten Bericht „Suffering in Silence“ Platz eins der vergessenen Krisen. Die Analyse von CARE zeigt einen besorgniserregenden Trend. Neun der zehn vergessenen Krisen betreffen Länder Afrikas. Nach Madagaskar folgen auf Platz zwei der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik und auf Platz drei die Hungerkrise in Sambia.

Berichterstattung ist auch Hilfe

„Die Berichterstattung über Krisen kann Nothilfe mit Nahrung oder Trinkwasser nicht ersetzen.  Sie kann aber sicher dazu beitragen, Menschenleben zu retten“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Denn wir wissen, dass Krisen, über die wenig berichtet wird, oft auch die sind, die am längsten andauern. Für die Hilfe vor Ort steht oft am wenigsten finanzielle Unterstützung bereit.“

Klimawandel verschärft Wetterextreme, Unterernährung und Flucht

Madagaskar ist eines der am stärksten von der Klimakrise betroffenen Länder. Auch andere vergessene humanitäre Krisen – u.a. in Sambia, der Tschadsee-Region und in Kenia – verschlechtern sich unter den gegenwärtigen klimatischen Veränderungen. „Die öffentliche Aufmerksamkeit für die weltweite Klimakrise darf sich nicht auf die Länder des globalen Nordens beschränken“, sagt Gladys Archange, Länderdirektorin von CARE im Tschad. „Im Tschad sind die Menschen überdurchschnittlich stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen, haben aber am wenigsten dazu beigetragen. Sie brauchen dringend unsere Unterstützung, um sich an den Klimawandel anpassen zu können. Für sie geht es ums Überleben.“

Was kann getan werden?

Mehr Berichterstattung liegt jedoch nicht nur in der Verantwortung der Medien, die mit schwindender Finanzierung von Auslandsberichterstattung, weniger Korrespondenten und sinkenden Werbeeinnahmen zu kämpfen haben. Auch Politiker und Regierungen müssen Medien und Öffentlichkeit auf humanitäre Notsituationen aufmerksam machen. Die betroffenen Länder müssen dafür sorgen, freie Berichterstattung und ungehinderten Zugang in die Krisenregionen sicherzustellen. Nicht zuletzt sind es die Hilfsorganisationen selbst, die ihren Teil dazu beitragen müssen, dass über vergessene Krisen berichtet wird.

Die Top 10 der vergessenen Krisen:

1. Madagaskar – 2,6 Millionen Menschen sind schwer von der Klimakrise betroffen und hungern

2. Zentralafrikanische Republik – Ein brutaler Konflikt im Herzen Afrikas: Etwa 2,6 Millionen Menschen brauchen dringend humanitäre Hilfe

3. Sambia – Wegen des Klimawandels fallen Ernten aus. Etwa 2,3 Millionen Menschen brauchen dringend Nahrungsmittelhilfe

4. Burundi – 1,7 Millionen Menschen haben jeden Tag Probleme, ihre Familien zu ernähren

5. Eritrea – Schwere Dürre: Die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren leidet an Unterernährung

6. Nordkorea – Ein Land in Isolation: 10,9 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe

7. Kenia – Überschwemmungen und Dürren: Mehr als 1,1 Millionen Menschen hungern

8. Burkina Faso – Bewaffnete Konflikte und Gewalt: 5,2 Millionen Menschen sind betroffen

9. Äthiopien – Naturkatastrophen, Mangelernährung und Vertreibung: 7,9 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen

10. Tschadsee-Region – Konflikte, Vertreibung und Hunger: 10 Millionen Menschen brauchen Hilfe

Hinweis für die Redaktionen: CARE ließ das internationale Medienbeobachtungs-Unternehmen Meltwater mehr als 2,4 Millionen Online-Meldungen in englischer, deutscher, französischer, spanischer und arabischer Sprache im Zeitraum von 1. Jänner bis 15. November 2019 auswerten. Dafür wurden 40 Krisen und Katastrophen analysiert, die mehr als eine Million Menschen betreffen. Nach Anzahl ihrer Erwähnung in Online-Medien wurden daraus die zehn Krisen mit der geringsten medialen Präsenz ermittelt. Der Report erscheint zum vierten Mal.

CARE bittet um Spenden für Katastrophenhilfe