• Home
  • Presse
  • Südsudan: Hungerkrise erreicht neue Dimensionen

Südsudan: Hungerkrise erreicht neue Dimensionen

Hilfsorganisation CARE warnt: Noch nie dagewesene Ernährungsunsicherheit / 7,7 Millionen Menschen benötigen dringend humanitäre Hilfe / Mehr Mittel zur Bekämpfung der Hungerkrise sind nötig

Wien, 27. Juni 2022. Die Auswirkungen der Ukraine-Krise, der anhaltende Konflikt im Land, Krankheiten wie Covid-19 und Cholera, Wetterextreme, wirtschaftlicher Niedergang und steigende Kosten: Der Südsudan hat mit einer Vielzahl an Herausforderungen zu kämpfen, die zu einer noch nie dagewesenen Ernährungsunsicherheit führen. Die internationale Hilfsorganisation CARE warnt, dass 7,7 Millionen Menschen im Südsudan damit zu kämpfen haben, den Höhepunkt der heurigen „mageren Saison“ zu überleben. Das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Gleichzeitig sind humanitäre Organisationen aufgrund fehlender Mittel gezwungen, ihre Leistungen zu kürzen.

„Nahrungsmittel fehlen, der Hunger nimmt zu. Der Südsudan ist mit einer sich drastisch verschlimmernden Ernährungskrise konfrontiert – besonders betroffen sind Frauen und Kinder. 1,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren und 676.000 schwangere und stillende Frauen leiden derzeit an schwerer Unterernährung. In diesem Jahr mussten wir bisher über 26.000 Kinder mit Unterernährung in unseren Gesundheitszentren behandeln. Es werden dringend mehr Mittel benötigt, um die sich verschärfende Hungerkrise im Südsudan zu bekämpfen, so Abel Whande, CARE-Länderdirektor für den Südsudan.

Für die Ernährungshilfe im Südsudan fehlen derzeit 529 Millionen US-Dollar. Trotz des enormen Bedarfs sah sich das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen deshalb gezwungen, die Ernährungshilfe zu kürzen und auf Not- und Katastrophenfälle zu beschränken. Die Kürzung der Mittel stellt auch humanitäre Organisationen vor Herausforderungen und zwingt sie, unmögliche Entscheidungen zu treffen und die begrenzten Ressourcen denjenigen zugutekommen zu lassen, die mit dem schlimmsten Ausmaß von Hunger zu kämpfen haben.

Benoit Munsch, stellvertretender CARE-Regionaldirektor für die Großen Seen, fordert deshalb: „Eine sofortige Ausweitung der humanitären Hilfe ist notwendig, um Menschenleben im Südsudan zu retten. Um den Hunger zu bekämpfen, müssen wir einen integrierten Ansatz verfolgen, denn Ernährung, sauberes Wasser und Gesundheit sind miteinander verknüpft. Aber am dringendsten brauchen wir Geld. Ohne finanzielle Mittel zur Durchführung dieser Maßnahmen sind wir hilflos.

Spenden für die Katastrophenhilfe werden dringend benötigt:
CARE Österreich Spendenkonto IBAN: AT77 6000 0000 0123 6000 oder online