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Somalia: Stigmatisierung erschwert Kampf gegen COVID-19

Soziale Ausgrenzung hindert COVID-19-Infizierte daran, sich in ärztliche Behandlung zu begeben, und erschwert die Bemühungen, das Virus zurückzuverfolgen und seine Verbreitung zu stoppen. Infizierte bekommen in ihren Dörfern oft kein Wasser und keine Nahrung. 

CARE ist äußerst besorgt über die steigenden Fälle von sozialer Ausgrenzung im Zusammenhang mit COVID-19 in Somalia. So wird potenziell Infizierten oft Zugang zu Wasser, Nahrung oder medizinischer Versorgung untersagt. In Gesundheitszentren, die von CARE unterstützt werden, ist die Zahl der Menschen, die sich wegen übertragbarer Krankheiten beraten lassen, um mehr als ein Viertel (26 %) zurückgegangen, seit die ersten Fälle von COVID-19 bekannt wurden.
 
Amran Shire, CARE-Mitarbeiterin in Somalia
„Ich habe von Patienten gehört, die aus ihren Gemeinden verschwunden sind, nachdem sie positiv auf COVID-19 getestet wurden. Viele Menschen in Somalia haben Angst davor Gesundheitszentren zu besuchen, weil sie befürchten, sozial ausgegrenzt zu werden, falls ihr Testergebnis positiv ist. Das hat die Rückverfolgung von Kontakten fast unmöglich gemacht.“ 

„Ich fühlte mich isoliert und selbst nachdem ich mich erholt hatte, mied mich die ganze Gemeinde“, erzählt eine 21-Jährige aus Hargeisa, deren Mutter und Schwester bereits an den Folgen von COVID-19 starben und die selbst positiv auf das Coronavirus getestet wurde. „Ich musste die ganze Zeit drinnen bleiben und hatte das Gefühl, dass die Familie mir die Schuld dafür gibt, dass dieses Virus eingeschleppt wurde. Es war eine schwierige Zeit für mich. Ich hatte sogar Mühe, eine Krankenschwester zu finden, die mir sagte, wie ich mich um mich selbst kümmern soll. Ich wünschte, das Virus hätte nie meine Familie erreicht.“

Die Hilfe von CARE: 
CARE hat in Somalia eine Sensibilisierungskampagne gestartet, die in Textnachrichten, Radio- und Fernsehsendungen über das Coronavirus informiert und der Stigmatisierung von Infizierten entgegenwirkt. Zudem versorgt CARE die Menschen mit Hygiene- und Sanitärmaterialien und stellt Gesundheitszentren sowie Handwascheinrichtungen zur Verfügung.