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Sechs Monate nach der Explosion in Beirut – „Schockwellen immer noch spürbar“

Milad Ayoub/CARE

Wien, 02. Februar 2021 – Knapp sechs Monate nach der schweren Explosion im Hafen von Beirut ist die Situation im Libanon weiterhin alarmierend. So befindet sich das Land in einer akuten Wirtschaftskrise, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter die Armutsgrenze zwingt. Die libanesische Lira besitzt aktuell nur noch ein Sechstel ihres Wertes gegenüber dem vom Oktober 2019. Dieser Wertverlust hat zu einem rapiden Anstieg von Nahrungsmittelpreisen gesorgt. Viele Menschen wissen nicht mehr, wie sie Nahrungsmittel bezahlen und ihre Familien ernähren sollen. Diese Sorge bestätigt auch eine aktuelle Umfrage von CARE im Libanon. 



„Aufgrund der anhaltenden Krisen im Land fühlt es sich so an als wären die Schockwellen der Explosion immer noch spürbar. Ganze Stadtteile sind nach wie vor zerstört. Es ist zwar ein Lichtblick, dass tausende Menschen dank lokaler und internationaler Hilfen bereits wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten, jedoch gibt es immer noch sehr viele, die bei Verwandten ausharren müssen, weil ihnen das Geld fehlt. Diese Menschen benötigen dringend weitere Unterstützung, damit auch sie wieder in Ruhe schlafen können und nicht mit leerem Magen ins Bett gehen müssen“, sagt Bujar Hoxha, CARE-Länderdirektor im Libanon. 



Neben Nahrungsmitteln sind auch Medikamente knapp. Eine grundlegende Gesundheitsversorgung kann aktuell kaum gewährleistet werden. Dies ist gerade im Hinblick auf die Coronavirus-Pandemie besorgniserregend. CARE fordert hier dringende Hilfe und dass insbesondere Frauen sowie die lokale Zivilgesellschaft miteinbezogen werden, um adäquate Lösungen für die sich verschärfenden Krisen im Land zu finden.
 CARE unterstützt die Bevölkerung seit dem ersten Tag nach der Explosion u.A. mit Nahrungsmitteln, Unterkünften und Trinkwasser. Bisher wurden 43.000 Menschen erreicht.