Schwere Luftangriffe in Ost-Ghouta: CARE muss Hilfe einstellen

Sofortige Waffenruhe dringend notwendig, um Hunderttausende Syrer mit lebensrettender Hilfe zu erreichen

Amman/Wien, 21. Februar 2018. Anhaltende Kampfhandlungen und schwere Bombardierungen in der Nähe von Damaskus zwingen die Hilfsorganisation CARE dazu, lebensrettende Hilfslieferungen für Tausende von Menschen im belagerten Ost-Ghouta einzustellen. CARE und lokale Partner vor Ort fordern eine sofortige Waffenruhe.

„Wenn jetzt kein Waffenstillstand erreicht wird, stehen wir vor einer humanitären Katastrophe. Die Lage in Ost-Ghuta ist so kritisch wie noch nie zuvor“, so Marten Mylius, CARE-Nothilfekoordinator für den Nahen Osten. „Nach jahrelangem Widerstand geben die Menschen die Hoffnung auf, Überlebenschancen zu haben. Diesmal erreichen Luftangriffe alle Gebiete. Syrische Familien und Helfer suchen in Kellern Zuflucht. Es gibt keinen Ort mehr, an dem die Menschen in Sicherheit sind.“

Am Montag töteten Luftangriffe in der Region Ost-Ghouta über 100 Zivilisten, darunter auch Kinder. Berichten zufolge handelte es sich um die höchste je gemessene Anzahl an Toten in Ost-Ghouta an einem Tag. Heute stieg die Zahl der Todesfälle auf 200. Auch dicht besiedelte Gebiete, wie Märkte, medizinische Einrichtungen und andere zivile Infrastrukturen, wurden angegriffen. Ein Mitarbeiter eines Krankenhauses verlor sein Leben nach einem Luftangriff auf das Gebäude.

In Ost-Ghouta leben seit 2012 rund 400.000 Menschen unter militärischer Belagerung. In letzten Wochen führten vermehrte Luftangriffe zu zahlreichen Todesfällen und einer Verschärfung der Belagerung. „Die extreme Eskalation der Gewalt macht es humanitären Organisationen unmöglich Menschen mit Hilfe zu erreichen. Hunderttausende in der Region haben kein Essen, kein sauberes Wasser und keine Medikamente. Sie sind Hunger und Tod schutzlos ausgeliefert“, so Mylius.

Gemeinsam mit lokalen Partnern fordert CARE eine sofortige Waffenruhe. Gleichzeitig bekräftigt CARE den Aufruf der Vereinten Nationen zu einer 30-tägigen Aufhebung der Belagerung, damit humanitäre Organisationen hunderttausende Menschen mit lebensrettender Hilfe erreichen können.

Fotomaterial aus Syrien finden Sie hier. Dieses können Sie gern unter Angabe des Fotonachweises CARE für Ihre Berichterstattung verwenden.