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Neuer globaler CARE-Bericht: „Wo bleiben die Frauen?” 


Ein neuer Bericht der Hilfsorganisation CARE zeigt: je ausgewogener das Geschlechterverhältnis in COVID-19-Krisenstäben ist, desto eher wird die Lage von Frauen in Hilfsprogrammen berücksichtigt. In der Corona-Krise bräuchten Frauen gezielte Unterstützung z.B. beim Zugang zu Verhütungsmitteln und beim Schutz vor Gewalt. Im CARE-Bericht, der 30 Länder untersuchte, erreichte allerdings nur Kanada ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in seinem COVID-19-Krisenstab. Brasilien liegt auf dem letzten Platz. Hier sind nur rund vier Prozent Frauen in den entsprechenden politischen Gremien vertreten.



Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin CARE Österreich:

„Frauen und ihre Bedürfnisse müssten in den COVID-19-Krisenstäben weltweit stärker repräsentiert sein. Denn Frauen haben besonders unter der Pandemie zu leiden: Sie leisten oft einen Großteil der Pflegearbeit, schultern überwiegend die Kinderbetreuung und sind auch verstärkt von häuslicher Gewalt betroffen. Von der Politik sind zur Bekämpfung der Pandemie Maßnahmen gefordert, die zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen. Und zwar nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern wirkliches Handeln.”

Kanada ist nach der CARE-Analyse das einzige Land, das umfassend die besondere Lage von Frauen in der Pandemie berücksichtigt und mit spezifischen Maßnahmen adressiert. Hierzu gehören beispielsweise umfassende finanzielle Mittel für Frauen, die Gewalt erleben mussten, Hilfen für Verhütung und Familienplanung sowie spezielle Angebote für Schwangere und Mütter. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie auf Frauen wurden nur in Kanada ausreichend im Hilfspaket bedacht, das auch dafür finanzielle Unterstützung vorsieht.



Insgesamt ergab die CARE-Analyse, dass nur sehr wenige der 30 untersuchten Länder ausreichend geschlechtsspezifische Maßnahmen oder Strategien in ihre COVID-19-Reaktionspläne aufgenommen haben. In sieben Ländern, fast einem Viertel der Stichproben, konnte CARE überhaupt keine Belege dafür finden, dass die Regierungen Mittel vorsehen, um gezielt Hilfe für Frauen zu leisten.