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COVID-19: Frauen in Ländern mit niedrigem Einkommen bei Impfkampagnen benachteiligt

CARE: Fehlende Informationen über COVID-19 führen zu niedriger Impfquote bei Frauen / „Der Schutz vor COVID-19 sollte nicht vom Geschlecht abhängen“

Wien, 22. Oktober 2021. Eine neue Studie der internationalen Hilfsorganisation CARE zeigt, dass das Wissen und der Zugang zu COVID-19-Impfstoffen weltweit nach wie vor ungerecht verteilt sind. In 16 Ländern, für die CARE Daten vorliegen hat, lassen sich Frauen seltener impfen und schätzen Impfstoffe als weniger sicher ein. Die Folgen sind verheerend: Im Südsudan etwa sind nur knapp ein Viertel der Geimpften weiblich, gleichzeitig sind 70 Prozent der positiv auf COVID-19 getesteten Personen Frauen.

„Wir müssen sicherstellen, dass Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu verlässlichen Informationen über Corona und zu COVID-19-Impfstoffen erhalten“, fordert Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin CARE Österreich. „Die Gesundheit von Frauen darf nicht aufs Spiel gesetzt werden – auch dort nicht, wo Gesundheitssysteme instabil und Ressourcen knapp sind.“

Laut der CARE-Studie gehören fehlende Informationen über COVID-19 und damit einhergehend weniger Vertrauen in den Impfstoff zu den häufigsten Ursachen für die niedrige Impfquote unter Frauen. Im Irak etwa gaben nur 30 Prozent der befragten Frauen an, zu wissen, wo sie sich für eine Impfung registrieren können – im Vergleich waren die Hälfte der befragten Männer dazu informiert. In Malawi ist die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen dem Impfstoff vertrauen, viermal geringer als bei Männern – Grund dafür ist oft auch die Angst vor Unfruchtbarkeit. Die befragten Frauen gaben zudem an, dass weit entfernte Gesundheitsstationen oder eine nicht erteilte Impferlaubnis durch männliche Verwandte große Hürden für sie darstellen.

Die niedrige Impfquote unter Frauen ist sehr besorgniserregend, gerade weil 70 Prozent des weltweiten Gesundheitspersonals weiblich sind: „Frauen sind diejenigen, die in der Pflege am häufigsten mit Patientinnen und Patienten in Kontakt sind, sie sollten zum Schutz aller zuerst geimpft werden“, so Barschdorf-Hager. „Frauen nicht zu berücksichtigen, weil sie oft unbezahlt und informell arbeiten, stellt eine Gefahr für alle dar und ist ungerecht. Der Schutz vor COVID-19 sollte nicht vom Status abhängen und schon gar nicht vom Geschlecht.“

Barschdorf-Hager sieht in der Analyse von CARE einen wichtigen Beitrag zum Thema der ungleichen Verteilung des COVID-19-Impfstoffes: „Während die wohlhabenden Länder eine Impfquote von 70 oder 80 Prozent erreichen, Öffnungsschritte einleiten und zur Normalität zurückkehren, sind weniger als zwei Prozent der Menschen in einkommensschwachen Ländern geimpft. Unsere Daten zeigen, dass es auch eine geschlechtsspezifische Dimension dieser Ungerechtigkeit gibt. Aber der Schutz vor COVID-19 sollte nicht vom Status abhängen und schon gar nicht vom Geschlecht.“

So hilft CARE im Kampf gegen COVID-19: Bisher hat CARE durch umfassende COVID-19-Maßnahmen rund 30 Millionen Menschen in 69 Ländern erreicht. Im kommenden Jahr plant CARE 100 Millionen Menschen – Frauen, Menschen in extremer Armut und fast 275.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen – Zugang zu COVID-Impfstoffen zu verschaffen. CARE unterstützt außerdem über 1.500 Gesundheitseinrichtungen mit Material und Trainings.

Spendenkonto CARE Österreich: IBAN AT77 6000 0000 0123 6000 BIC BAWAATWW oder online

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