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Mali: Humanitäre Krise verursacht Höchstzahl Vertriebener

Nahrungsmittelproduktion von Klimakrise schwer getroffen / Mehr als 400.000 Menschen auf der Flucht und über eine Million von Hunger bedroht

Wien, 8. November 2021. Die Anzahl der Menschen, die im westafrikanischen Staat Mali als Folge von Konflikten, Aufständen und einer sich verschärfenden Klimakrise vertrieben wurden, ist so hoch wie nie seit Beginn der Krise vor fast zehn Jahren. Derzeit sind über 400.000 Menschen in Mali auf der Flucht – mehr als viermal so viele wie zu diesem Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Die Hilfsorganisation CARE warnt ausdrücklich, dass dem Land im nächsten Jahr zudem eine ernste Nahrungsmittelkrise droht, wenn nicht rasch mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Mehr als die Hälfte der Vertriebenen sind Frauen und zwei Drittel von ihnen sind unter 18 Jahre alt. Ely Keita, Länderdirektor von CARE Mali: „Die Zahl der Vertriebenen steigt und steigt. Mali befindet sich seit 2012 in einer humanitären Krise. Die Menschen mussten sich an ein Leben in ständiger Unsicherheit gewöhnen. Wir kämpfen mit global konkurrierenden Krisen und geringer finanzieller Unterstützung. Mali ist eine der größten vergessenen Krisen der Welt. Das bedeutet, dass Frauen keinen Zugang zu Schwangerschaftsuntersuchungen oder sicheren Entbindungen in Gesundheitszentren haben, dass Überlebende von Vergewaltigungen nicht die Betreuung und Unterstützung erhalten, die sie dringend benötigen, und dass Millionen von Menschen hungern werden, wenn wir nicht bald mehr Unterstützung erhalten.“

Gewalt gegen Frauen und eine unsichere Zukunft für Kinder

Geschlechtsspezifische Gewalt ist in diesem Konflikt und in ganz Mali ein massives Problem: „Wir beobachten einen enormen Anstieg von Gewalt gegen Frauen und Mädchen“, berichtet Keita. Gleichzeitig können im Norden und im Zentrum des Landes Kinder aufgrund der unsicheren Situation keine Schulen besuchen. „Es besteht die Gefahr, dass in den kommenden Jahren eine ganze Generation verloren geht“, warnt er.

Ein weiteres großes Problem sind die Auswirkungen der Krise auf die Gesundheitsdienste im ganzen Land. Die Menschen haben kaum Zugang zu Gesundheitszentren – diese wiederum kämpfen mit akutem Personalmangel. Denn auch die MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen waren aus Angst um ihr Leben gezwungen, zu fliehen.

Die Krise in Mali ist multidimensional, erklärt Keita: „Die sich verschärfende Klimakrise führt zu immer höheren Temperaturen und zu wenig Regen. Die Auswirkungen sind besonders verheerend für die Gebiete, die den Großteil der Nahrungsmittel im Landes produzieren.“ Die Ernährungsunsicherheit ist entsprechend hoch: Bereits jetzt sind über eine Million Menschen von Hunger bedroht und diese Zahl wird wahrscheinlich noch steigen.

CARE leistet Nothilfe

Der größte Bedarf besteht derzeit an Nahrungsmittel- und Ernährungshilfe, Zugang zu sauberem Trinkwasser, Hygieneprodukten und Sanitäranlagen sowie Schutzmaßnahmen für Kinder, Frauen und Mädchen. CARE und seine Partner vor Ort reagieren auf die sich verschärfende Krise, indem sie Hygienepakete an Frauen und Mädchen verteilen und die Ernährungssicherheit in den am stärksten betroffenen Regionen sicherstellen. Ebenso werden Frauen, Binnenvertriebene und Gemeinschaften, die diese aufnehmen, wirtschaftlich unterstützt. Durch die Zusammenarbeit mit Landwirten und Viehzüchtern soll deren Widerstandsfähigkeit gestärkt werden.

Spendenkonto CARE Österreich IBAN: AT77 6000 0000 0123 6000 oder online.