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Kidnapping, Überfälle, Anschläge: Afghanistan und Südsudan sind tödlichste Länder für Nothelfer

CARE zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August: 2021 sind bereits 78 Helfer weltweit ums Leben gekommen / In Afghanistan wurden allein im Juni zehn Nothelfer getötet

Jahrelang galt Syrien als das gefährlichste Land für Nothelfer. Eine Analyse der Hilfsorganisation CARE auf Basis der Aidworker Security Database zeigt, dass sich dies für das laufende Jahr geändert hat und nun Afghanistan und der Südsudan die Liste der Länder anführen, in denen die meisten Todesopfer von Hilfsorganisationen zu beklagen sind.

Seit Jahresbeginn wurden 78 Männer und Frauen während eines Hilfseinsatzes getötet: Gemeinsam mit Afghanistan zählen der Südsudan mit je 17 Todesopfern, Syrien mit 15 getöteten Helfern sowie Äthiopien mit sieben Todesopfern zu den für Nothelfer tödlichsten Ländern weltweit. In Afghanistan kamen allein im Juni zehn Nothelfer bei Hilfseinsätzen ums Leben, 550 Nothelfer wurden im Land in den vergangenen 25 Jahren getötet – das ist die weltweit höchste Rate. Insgesamt wurden im aktuellen Jahr 231 Nothelfer Opfer von Entführungen, Überfällen mit Schusswaffen, Körperverletzungen und Sprengstoffanschlägen – teils mit tödlichem Ausgang. 

„Leider haben wir in diesem Jahr viele unserer Kollegen in Afghanistan verloren. Unsere Helfer hier riskieren jeden Tag ihr Leben, wenn sie im Einsatz sind, um das Leben anderer Menschen zu retten. Ihnen gilt unser großer Respekt, dass sie auch in diesen schwierigen Zeiten ihren humanitären Einsatz für Menschen in Not fortführen“, schildert Marianne O’Grady, stellvertretende Länderdirektorin von CARE Afghanistan. Afghanistan ist nicht nur für humanitäre Helfer gefährlich, sondern auch eines der tödlichsten Länder für Zivilisten: Im Jahr 2020 wurden hier laut den Vereinten Nationen mehr als 3.000 Zivilisten getötet, seit 2009 mehr als 38.000.

„Hilfe zu leisten darf kein tödliches Unterfangen sein“
„Hilfskräfte sind immer häufiger das Ziel von Überfällen und Entführungen, die im schlimmsten Fall tödlich enden. Sie riskieren ihr Leben, während sie versuchen anderen zu helfen. Hilfe zu leisten darf jedoch kein tödliches Unterfangen sein“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Hilfsorganisationen sollten nicht dazu gezwungen werden, zwischen dem Leisten überlebenswichtiger Hilfe und der Sicherheit der Mitarbeiter entscheiden zu müssen. Und dennoch sind das Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen müssen.“

Lokale Helfer besonders betroffen
Am häufigsten richten sich die Angriffe gegen lokale Mitarbeiter von Hilfsorganisationen. Auch CARE arbeitet überwiegend mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, um Nothilfe und Entwicklungsprojekte umzusetzen. Andrea Barschdorf-Hager dazu: „Dass am häufigsten lokale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in ihrer Heimat Hilfe leisten, von Angriffen betroffen sind, ist besonders dramatisch. Schließlich haben sie keine Möglichkeiten, sich den Gefahren zu entziehen und können auch nicht so einfach ausreisen, wenn Gefahr droht. Sie verdienen nicht nur unseren großen Dank und Respekt, sondern vor allem alle nur erdenklichen Schutzmaßnahmen, damit sie in Sicherheit Hilfe leisten können.“

Überblick: Die gefährlichsten Länder für Nothelfer 2021

  1. Afghanistan und Südsudan: Je 17 Todesopfer
  2. Syrien: 15 Todesopfer
  3. Äthiopien: 7 Todesopfer

Weitere: Myanmar: 6 Todesopfer, Pakistan: 4 Todesopfer, Sudan und DR Kongo: je 3 Todesopfer, ZAR und Somalia: je 2 Todesopfer, Jemen und Nigeria: je 1 Todesopfer (Stand 13. August)

Hintergrund für Redaktionen: Die Analyse basiert auf der Aidworker Security Database von Humanitarian Outcomes. In der Datenbank sind weltweite Berichte über Sicherheitsvorfälle, bei denen vorsätzliche Gewalttaten gegen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen passieren, gelistet.

Welttag der Humanitären Hilfe: Die Vereinten Nationen und internationale Hilfsorganisationen begehen seit 2008 jedes Jahr am 19. August den Welttag der humanitären Hilfe. An diesem Tag wurde 2003 das Büro der Vereinten Nationen in Bagdad angegriffen. 22 Menschen starben, darunter auch der UN-Menschenrechtskommissar Sergio Vieira de Mello.

Link mit weiteren Informationen zur Datenbank: https://aidworkersecurity.org

Rückfragehinweis:

CARE Österreich
Katharina Katzer
Presse & Medien
Tel. +43 (0)1 7150715-44, Mobil: 0664-88731425
katharina.katzer@care.at