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Hilfsorganisationen zu Nordwest-Syrien: Hunderttausende in Lebensgefahr

Wien, 6. Februar 2020. Die Kämpfe im Nordwesten Syriens eskalieren weiter und fordern täglich unschuldige Menschenleben. Deshalb rufen neun Hilfsorganisationen, darunter CARE und World Vision, alle Konfliktparteien mit Nachdruck zu einer sofortigen Feuerpause auf. Gleichzeitig muss der uneingeschränkte Zugang zu Menschen in Not gewährleistet werden und die internationale Gemeinschaft muss diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die für die Verletzung des humanitären Völkerrechtes verantwortlich sind.

In den letzten beiden Wochen mussten rund 150.000 Menschen aufgrund der Gewalt ihr Zuhause verlassen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Damit wurden seit Anfang Dezember 2019 mehr als eine halbe Million Menschen im Nordwesten Syriens vertrieben. Auch für Helferinnen und Helfer bleibt die Lage lebensgefährlich.

Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich:

„Im vergangenen Jahr gab es 85 Angriffe auf Gesundheitszentren in Nord-Syrien, diese Gewalt hält auch in den ersten Wochen des neuen Jahres an. Nach mehreren Luftangriffen auf Gesundheitseinrichtungen in Idlib war auch CARE vor wenigen Tagen gezwungen, die medizinische Notfallversorgung in einem unserer Krankenhäuser einzustellen. Patientinnen und medizinisches Personal mussten evakuiert werden. Zuvor war das Krankenhaus die einzige noch funktionstüchtige medizinische Einrichtung in der Region. Tausende Frauen und Kinder wurden hier behandelt. Die Gewalt nimmt ihnen nun jegliche Chance, medizinische Hilfe zu erhalten.“

Andrew Morley, Präsident und CEO von World Vision International:

„Der Exodus der Menschen aus Idlib ist erschütternd und erfolgt unter schrecklichen Bedingungen. Es ist derzeit bitterkalt in Syrien. Wir haben Decken, Heizgeräte und Bargeld bereitgestellt, aber viele können keinen Brennstoff kaufen. Kinder schlafen auf überfluteten Feldern und ohne angemessenen Schutz vor den Elementen. Die Familien greifen zu immer verzweifelteren Maßnahmen, um ihre Kinder zu schützen und sicherzustellen, dass sie den Winter überleben. Sie haben uns erzählt, dass sie jetzt Müll und Kleidung verbrennen, um sich warm zu halten.“

Um zu verhindern, dass sich diese katastrophale Situation weiter verschlechtert, fordern IRC, CARE, Save the Children, NRC, World Vision International, das Mercy Corps, Humanity Inclusion, Oxfam und People in Need, dass die Feindseligkeiten nicht nur sofort eingestellt werden, sondern auch sofortige Sicherheit für Millionen Zivilisten, die derzeit unter Beschuss stehen.

CARE in Syrien: CARE leistet seit 2014 Hilfe in Syrien und hat bisher mehr als 5 Millionen Menschen erreicht. Gemeinsam mit Partnerorganisationen hilft CARE in der aktuellen Situation mit Hilfsgütern wie Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Decken und warmer Kleidung, sauberem Wasser, aber auch sanitären Einrichtungen, Gesundheitsversorgung und psychosozialer Unterstützung.

CARE bittet um Spenden für syrische Flüchtlinge. Spendenkonto: IBAN AT77 6000 0000 0123 6000 oder online.