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COVID-Impfung: Angst und Fehlinformationen gefährden die irakische Bevölkerung

CARE-Studie zeigt, dass fast 70 % der Menschen im Irak die Impfung ablehnen. Frauen haben deutlich weniger Zugang zu Informationen über COVID-19 als Männer. 
 
Die Hilfsorganisation CARE hat 3.770 Menschen im Irak zur COVID-Schutzimpfung befragt, darunter fast 60 % Binnenvertriebene oder Flüchtlinge. Fast 70 % der Befragten lehnen die Impfung ab. Die Erhebung zeigt auch, dass Frauen insgesamt weniger Zugang zu Informationen über die COVID-19-Impfung haben als Männer. Nur 30 % der Frauen gaben an, sie wüssten, wie sie sich für eine Impfung anmelden können, gegenüber 50 % der Männer.
 
Einer der häufigsten Gründe, warum sich Menschen nicht impfen lassen wollen, ist die Angst vor schweren Nebenwirkungen wie Unfruchtbarkeit oder sogar tödlichen Folgen. Eine weitere häufige Befürchtung ist, dass die Impfstoffe gefälscht sind.
 
Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin CARE-Österreich: 
„Die Studie zeigt deutlich, dass es nicht ausreicht, Impfstoffe bereitzustellen. Auch in die Aufklärung der Bevölkerung und in die Bekämpfung gezielter Fehlinformationen muss investiert werden, um die Impfquote zu erhöhen. Gerüchten muss entgegengewirkt werden, um das Vertrauen in die Wirksamkeit der Impfung zu stärken.“

Die CARE-Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass eines der besten Mittel, um Fehlinformationen entgegenzuwirken und sicherzustellen, dass die Menschen eine informierte Entscheidung treffen, die Nutzung sozialer Medien ist. 60 % der Männer und 46 % der Frauen gaben an, dass soziale Medien ihre Hauptinformationsquelle über COVID-19 sind. Angemessene und gezielte Informationen über COVID-19 und Präventivmaßnahmen und Impfstoffe in den sozialen Medien bereitzustellen, ist daher entscheidend. Die Befragten gaben zudem an, dass eine klare Empfehlung des Gesundheitsministeriums, der örtlichen Ärzte und der WHO beruhigend wirken würde. 
 
Wendy Barron, CARE-Länderdirektorin im Irak:
„Wir müssen unsere Informationskampagen verstärken, vor allem für Vertriebene und Flüchtlinge, die schon jetzt große Schwierigkeiten haben, angemessene Informationen und Gesundheitsdienste zu erhalten. Das ist eine Aufgabe für uns alle hier im Irak. Impfstoffe sind verfügbar und können Leben retten, die Menschen wissen nur nichts davon oder hören dazu gemischte oder sogar falsche Botschaften. Wir müssen alle auf die Vorteile der Impfung hinweisen, von der Regierung über lokale und religiöse Führer bis hin zu landesweit bekannten Persönlichkeiten mit Reichweite und Einfluss”.