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COVID-19-Ausbruch in Palästina sorgt für mehr Gewalt gegen Frauen und Mädchen

Eine aktuelle Analyse von CARE zeigt, dass sich die Situation in Palästina seit dem Ausbruch von COVID-19 verschlechtert hat – vor allem für Frauen und Mädchen. Notfall-Hotlines geben an, dass Anrufe von Frauen, die Opfer von Missbrauch oder häuslicher Gewalt geworden sind, um 38 Prozent angestiegen sind. Ein Drittel aller Interviewpartnerinnen und Interviewpartner der CARE-Analyse sagt, dass für Frauen und Mädchen der Ausbruch von COVID-19 ein erhöhtes Risiko in Bezug auf geschlechtsspezifische Gewalt darstellt. CARE sieht die Gründe hierfür im erhöhten Druck, der auf den Familien lastet. Dieser resultiert aus den sehr strikten Ausgangssperren, den wirtschaftlichen Herausforderungen für die Familien, die auch steigende Ernährungsunsicherheit zur Folge haben, sowie der generellen Angst vor einer COVID-19-Infektion. 

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen erneut, dass sich in Zeiten von Krisen, die oft schon vorher schwierige Situation für Frauen und Mädchen schnell verschlechtert. Umso mehr muss Hilfe dort ansetzen, wo sie dringend gebraucht wird. Angebote für Überlebende von Gewalt und die gezielte Unterstützung von Frauen-geführten Haushalten müssen dringend erfolgen. Dies kann nur gelingen, wenn alle zusammenarbeiten – politische Entscheider, Hilfsorganisationen und nationale Autoritäten“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. 

Weitere Ergebnisse der Analyse:

Die Analyse liefert deutliche Hinweise darauf, dass besonders von Frauen geführte Haushalte seit dem Ausbruch von COVID-19 die Menge ihrer Nahrungsmittel reduzieren mussten. Es sind vor allem Frauen, die auf Hilfe anderer angewiesen sind.

Während fast die Hälfte aller in die Quarantänezentren eingewiesenen Menschen in Gaza Frauen und Mädchen sind, ist sowohl das betreuende Sicherheits- als auch das medizinische Personal ausschließlich männlich. Dies stellt angesichts der vorherrschenden sozialen und kulturellen Normen, die für den Kontakt zwischen Frauen und Männern gelten, ein immenses Hindernis für Frauen dar. In der Folge nehmen sie weniger medizinische Versorgung und psychologische Unterstützung als Männer in Anspruch. In den Quarantänezentren wird darüber hinaus kaum auf spezifisch weibliche Hygienebedürfnissen eingegangen, was die Frauen vor erhebliche Probleme stellt.

89 Prozent aller weiblichen Kleinunternehmerinnen sind gezwungen, Geld, das zuvor für ihre Arbeit oder ihr Geschäft zurückgelegt wurde, nun für den privaten Haushalt zu nutzen, um die Krise zu bewältigen. Dies beeinträchtigt ihre Wettbewerbsfähigkeit mittelfristig erheblich.

Die komplette Analyse auf Englisch finden Sie hier.