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CARE zum Weltflüchtlingstag: Not von Millionen Menschen geht in der Pandemie unter

Das Flüchtlingscamp Mam Rashan im Irak. (Bild: CARE / Agency Ostkreuz Johanna Maria Fritz)

Wenig Hilfe vor Ort: Viele Geflüchtete in Krisengebieten haben 2021 noch keine Unterstützung erhalten.

Die Hilfsorganisation CARE Österreich warnt zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni, dass die finanzielle Unterstützung für Geflüchtete in Krisengebieten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres völlig unzureichend war oder sogar bislang komplett ausgeblieben ist. Dramatisch unterfinanziert ist die Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen und seiner Partner besonders auf dem afrikanischen Kontinent, etwa im Tschad, in Mali, Burkina Faso, Niger und Burundi. Für Burundi ist bisher kein einziger Euro in den Hilfsplan für Geflüchtete eingezahlt worden. Der ostafrikanische Staat ist das fünftärmste Land weltweit und zählt seit Jahren zu den vergessenen Krisen der Welt.

„Die Pandemie bindet nicht nur finanzielle Mittel, sondern nimmt auch die komplette öffentliche und mediale Aufmerksamkeit ein“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Die verheerende Not von Millionen von Geflüchteten wird dabei kollektiv ausgeblendet. CARE fordert die politischen Verantwortungsträger auf, eine nachhaltige Finanzierung und einen EU-weiten Plan für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen, eine rasche Abwicklung von Asylanträgen zu gewährleisten und einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen umzusetzen. Europa ist auch eine Wertegemeinschaft, diese konkret zu leben, scheint derzeit eine nur schlecht bewältigte Herausforderung zu sein.“

Auch in diesem Jahr ist die Hilfe in Syrien und den Nachbarländern stark unterfinanziert – von den benötigten 4,8 Milliarden Euro sind erst 10 Prozent eingegangen. Dabei stellt die Vertreibung der syrischen Bevölkerung nach wie vor die größte Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg dar: 6,2 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens vor anhaltender Gewalt auf der Flucht. 5,6 Millionen Syrer flohen in die Nachbarländer. Auf anderen Kontinenten sieht die Lage kaum besser aus: In Bangladesch, wo knapp 900.000 Rohingya aus Myanmar Zuflucht suchen, ist die benötigte Hilfe in Höhe von rund 787 Millionen Euro ebenfalls erst zu 15 Prozent finanziert.

„Es ist entscheidend, dass so schnell wie möglich ausreichend finanzielle Mittel bereitgestellt werden, damit Länder wie Bangladesch, der Libanon oder die Demokratische Republik Kongo, die Millionen Geflüchtete beherbergen und am Limit sind, entlastet werden“, so Barschdorf-Hager. „Die internationale Gemeinschaft darf humanitäre Hilfe nicht von der aktuellen Nachrichtenlage abhängig machen. Geflüchtete haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben und damit auf konkrete Hilfe und unsere Solidarität.“

CARE fordert die politisch Verantwortlichen deshalb auf, sich dafür einzusetzen, die weltweite Flüchtlingshilfe ausreichend zu finanzieren und die Beiträge zur Finanzierung gerecht unter den Geberstaaten zu verteilen. Trotz den Herausforderungen der Pandemie dürfen die Geberstaaten finanzielle Mittel für humanitäre Hilfe nicht verringern. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass lokale Hilfsorganisationen, die täglich Wasser, Nahrung und Schutz liefern und dabei oft ihr Leben riskieren, einen signifikanten Anteil der humanitären Hilfsgelder erhalten.

So hilft CARE:
CARE arbeitet in über 100 Ländern und setzt sich insbesondere für die Unterstützung von Frauen und Mädchen ein. In Syrien und den Nachbarländern hat CARE in zehn Jahren des Konflikts mehr als sechs Millionen Menschen mit lebenswichtigen Hilfsgütern wie Lebensmitteln und Hygieneartikeln erreicht. Im Tschad, im Niger, in Burundi und anderen Ländern in der Sahelzone hilft CARE geflüchteten Familien, sich und ihre Kinder ausgewogen zu ernähren und unterstützt Frauen, durch Kleinspargruppen finanziell unabhängiger zu werden.

Hintergrundinformationen für Redaktionen:
Die Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen ist für diese Länder bislang für dieses Jahr noch nicht finanziert: Burkina Faso, Burundi, Tschad, Mali, Mosambik, Niger, Pakistan, Zimbabwe. Quelle: UN OCHA Financial Tracking Services (Stand 11. Juni 2021).