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CARE zum Auslandskatastrophenfonds – „Historisches Ausmaß an menschlichem Leid“

Verteilung von Hilfsgütern in der libanesischen Stadt Tripoli.

Die Pandemie sorgt für wachsende Armut. Humanitäre Hilfe auszubauen, ist dringend nötig.

„Aus der Sicht von CARE ist es überlebenswichtig, die humanitäre Hilfe gerade jetzt in der globalen Pandemie weiter auszubauen. Wir erleben derzeit ein historisches Ausmaß an menschlichem Leid. Noch nie gab es innerhalb von nur einem Jahr einen derartigen Anstieg an Notleidenden“, berichtet Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. Die Vereinten Nationen schätzen, dass in diesem Jahr rund 235 Millionen Menschen humanitäre Hilfe benötigen werden – das sind um 40 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die globale Pandemie hat das menschliche Leiden weiter verschlimmert, denn COVID-19 erhöht wie ein Turbo-Booster Armut und Ungleichheit.

„Dieser historisch hohe Bedarf an humanitärer Hilfe benötigt unsere gemeinsame Kraftanstrengung“, so Barschdorf-Hager. „Dass die österreichische Bundesregierung diesem Bedarf Rechnung trägt und jetzt Mittel aus dem Auslandskatastrophenfonds für Krisenländer wie Äthiopien, Libanon und Jordanien bereitstellt, ist ein wichtiger und richtiger Schritt, der es uns als humanitärer Organisation erlaubt, zur Linderung der Not der Zivilbevölkerung maßgeblich beitragen zu können.“

Aufgrund der Pandemie sind zusätzlich 47 Millionen Frauen dazu gezwungen, ihr Leben unter der Armutsgrenze von 1,90 US-Dollar zu fristen. Die Auswirkungen sind dramatisch: Der Hunger ist wieder auf dem Vormarsch. Obwohl Mädchen und Frauen die meisten Nahrungsmittel etwa in Subsahara-Afrika produzieren, stellen sie fast zwei Drittel der Hungernden weltweit. CARE sieht außerdem bei Mädchen einen deutlichen Anstieg von Kinderheiraten, weil ihre Familien sie schlichtweg nicht mehr ernähren können. Die Vereinten Nationen schätzen, dass aufgrund der Pandemie-Auswirkungen in den nächsten Jahren zusätzlich 10 Millionen Mädchen im Kindesalter verheiratet werden.

Auch in Syrien sind die Lebensbedingungen zehn Jahre nach Beginn des Kriegs schlechter als je zuvor. Über 80 Prozent der Menschen im Land leben in Armut, die Ernährungsunsicherheit ist auf einem Rekordhoch. Über 12,4 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen. Fehlender Zugang zu sauberem Wasser ist für mehr als zwölf Millionen Menschen eine tägliche Herausforderung. Rund 2,4 Millionen Kinder gehen aktuell nicht zur Schule.