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11 Jahre Krieg in Syrien: Eine halbe Million Kinder hungern, zwei Drittel der Bevölkerung braucht humanitäre Hilfe

Die humanitären Auswirkungen des Syrienkriegs sind massiv: Neun von zehn Syrer:innen leben unter der Armutsgrenze / Mehr als zwei Drittel sind auf humanitäre Hilfe angewiesen

Wien, 14. März 2022. Armut, COVID-19, Dürre, Vertreibung und elf Jahre Krieg: Syrische Familien ergreifen zunehmend verzweifelte Maßnahmen, um zu überleben. Die Hilfsorganisation CARE fordert die internationale Gemeinschaft erneut auf, die humanitäre Hilfe für Syrien umgehend aufzustocken und sich auf lebensrettende Maßnahmen für die syrische Bevölkerung zu konzentrieren. Nahezu 70 Prozent der Bevölkerung ist von Ernährungsunsicherheit betroffen. Fast eine halbe Million Kinder hat zu wenig zu essen. Im Nordosten des Landes leiden die Menschen unter einer Dürre. Oft reicht es nur für eine Mahlzeit pro Tag. Mütter und Väter hungern, damit ihre Kinder etwas zu essen haben.

„11 Jahre Krieg in Syrien haben unzähliges Leid geschaffen. Der Bedarf an humanitärer Hilfe für die Menschen wird immer größer“, warnt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Die 14 Millionen Syrerinnen und Syrer stehen unter enormen Druck. Sie müssen folgenreiche Entscheidungen treffen, um zu überleben. Soll die lebenswichtige medizinische Behandlung für ein verletztes Familienmitglied bezahlt oder der Rest der Familie ernährt werden? Soll man Brennholz zum Heizen kaufen oder die Kinder zur Schule schicken? Es darf nicht sein, dass syrische Familien ihre Zukunft opfern, um zu überleben.

Ein Leben unter der Armutsgrenze
Die Zahlen zeichnen ein drastisches Bild: Neun von zehn Syrer:innen leben unter der Armutsgrenze, mehr als zwei Drittel sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die psychische Belastung ist hoch. Häusliche Gewalt gegen Frauen ist ein großes Problem. Auch die Selbstmordrate ist alarmierend: Fast jeder fünfte gemeldete Selbstmordversuch und Todesfall im Nordwesten Syriens betrifft ein Kind unter 20 Jahren.

Jedes zweite Kind kann nicht zur Schule gehen
Während die Wirtschaft in Syrien zu kollabieren droht, rückt auch die Bildung immer mehr in den Hintergrund. Jedes zweite Kind in Syrien kann nicht zur Schule gehen. Viele unterstützen ihre Familien, indem sie arbeiten gehen – oft unter Bedingungen, die selbst für Erwachsene unzumutbar sind. Knapp die Hälfte der Mädchen wird verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt sind.

„Einige 11-jährige Kinder haben ihr ganzes Leben lang keinen Fuß in ein Klassenzimmer gesetzt. Die Kindheit sollte eine Zeit sein, in der man lernt, wächst und träumen kann. Stattdessen haben wir es mit einer Generation von Kindern und Jugendlichen zu tun, die Gefahr laufen, ihr ganzes Leben lang in einem Kreislauf aus Armut und Gewalt gefangen zu bleiben“, sagt Barschdorf-Hager.

„Am wichtigsten ist es, Arbeitsplätze und Möglichkeiten für einen Lebensunterhalt zu schaffen, damit die Menschen besser auf eigenen Füßen stehen können. Außerdem müssen wir dringend die Nahrungsmittel- und Landwirtschaftshilfe aufstocken. Eltern sollten keine Angst haben müssen, dass ihre Kinder verhungern. Trotz allem, was derzeit in der Welt passiert, wollen wir daran erinnern, dass das Leid der Syrer:innen nicht verschwunden ist. Die Syrien-Krise bleibt eine große, akute humanitäre Notlage“, so Barschdorf-Hager abschließend.

So hilft CARE: CARE leistet seit 2013 Hilfe in Syrien und hat bereits mehr als neun Millionen Menschen unterstützt. Aktuell hilft CARE vor allem vertriebenen Menschen in Nordsyrien mit sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Hygienemaßnahmen. Außerdem verteilen Helferteams und Partnerorganisationen Nahrungsmittel, warme Winterkleidung und Bargeld zur Deckung des dringenden Bedarfs. Darüber hinaus bietet CARE psychosoziale Unterstützung, einschließlich psychologischer Nothilfe an und setzt Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen um.

Spenden werden dringend benötigt:
CARE-Spendenkonto IBAN: AT7 6000 0000 0123 6000 oder online