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10 Jahre Syrienkrieg: Lebensbedingungen für Bevölkerung schlechter als je zuvor

10 Jahre Syrienkrieg: „Lebensbedingungen für Bevölkerung schlechter als je zuvor“ / Statement von 35 Hilfsorganisationen

(Donnerstag, 11. März 2021) Ein Jahrzehnt nach Beginn des Konflikts sind die Lebensbedingungen für viele Menschen in Syrien schlechter als je zuvor. Es gibt weiterhin wahllose Angriffe gegen die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur. CARE und weitere 34 Hilfsorganisationen, darunter World Vision, warnen vor noch mehr Leid für die Bevölkerung, das mit dem Fehlen ausreichender humanitärer Hilfe sowie einer politischen Lösung einhergeht.

Die verheerende humanitäre Bilanz nach zehn Jahren Krieg: In Syrien leben über 80 Prozent der Menschen in Armut, die Ernährungsunsicherheit ist auf einem Rekordhoch. Über 12,4 Millionen Menschen haben zu wenig zu essen. „Fehlender Zugang zu sauberem Wasser ist für mehr als zwölf Millionen Menschen eine tägliche Herausforderung. Rund 2,4 Millionen Kinder gehen aktuell nicht zur Schule“, berichtet Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Die globale Pandemie hat das menschliche Leiden weiter verschlimmert, denn COVID-19 erhöht sowohl die Armut als auch das Risiko sexueller Gewalt.“

Wichtige Infrastruktur wie Krankenhäuser, Schulen, Märkte, Häuser und Straßen wurden während des Kriegs beschädigt oder zerstört. Weil der Wert des syrischen Pfunds sinkt, Arbeitslosigkeit weit verbreitet ist und Kraftstoffknappheit zunehmend häufiger wird, ist Syrien mit einer steigenden Inflation konfrontiert. Grundnahrungsmittel sind für viele nicht mehr erschwinglich, was Familien dazu zwingt, die Anzahl der Mahlzeiten zu reduzieren oder die wenigen Lebensmittel, die sie haben, gegen lebenswichtige Medikamente einzutauschen.

Schlimmste Vertreibungen seit dem 2. Weltkrieg
Die Vertreibung der syrischen Bevölkerung ist die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg: 5,6 Millionen Syrerinnen und Syrien leben in Nachbarländern Syriens. Mehr als 6 Millionen mussten innerhalb Syriens vor Gewalt und Angriffen flüchten und ihr Zuhause zurücklassen.

Die Hilfsorganisationen fordern die internationale Gemeinschaft auf, ihre Hilfe für die Menschen in Syrien und den Nachbarländern zu verstärken. Der grenzüberschreitende Zugang zu Syrien muss aufrechterhalten, der humanitäre Zugang innerhalb des Landes ausgeweitet werden und in langfristige Entwicklungen investiert werden. Die von der EU am 29. und 30. März in Brüssel veranstaltete Ministerkonferenz bietet die nächste Gelegenheit zu zeigen, dass die Welt Syrien nicht vergessen hat.

Die Menschen in Syrien haben ein Leben verdient, in dem Einkommensmöglichkeiten, reparierte Häuser, funktionierende öffentliche Infrastruktur, sauberes Wasser und eine Grundversorgung keine unrealistische Hoffnung sind“, so Barschdorf-Hager. „Andernfalls werden die Auswirkungen dieses Kriegsjahrzehnts irreversibel sein“.

So hilft CARE: CARE unterstützt Menschen in Nordsyrien mit sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygienemaßnahmen. CARE verteilt dringend benötigte Lebensmittel, Hygieneartikel, Küchensets und Winterkleidung. Darüber hinaus bietet CARE psychosoziale Unterstützung, einschließlich psychologischer Nothilfe an und setzt Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen um. CARE leistet seit 2014 Hilfe in Syrien und hat bisher mehr als 5 Millionen Menschen erreicht.

Die unterzeichnenden Organisationen:

ACT Alliance

Action Against Hunger

Basmeh & Zeitooneh Relief & Development

Cadus e.V.

CAFOD

CARE International

Caritas Germany

Center for Civil Society and Democracy

Christian Aid

Diakonie Katastrophenhilfe

Dorcas

Hurras Network

Humanity & Inclusion

humedica international aid

International Medical Corps

International Rescue Committee

Médecins du Monde

MercyCorps

Orange Organization

Norwegian People’s Aid

Norwegian Refugee Council

Peace Winds Japan

People In Need

Right To Play

Save The Children 

SAMS

Solidarités International

Syria Relief

Syria Relief & Development

Terre des Hommes

Terre des Hommes Italia

Trócaire

WeWorld-GVC

War Child

World Vision