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„Wir fürchteten, ermordet zu werden. Jetzt haben wir keine Angst mehr.“

Das Zuhause von Sufaira (15) ist eine Hütte in einem Flüchtlingslager. „Als wir gekommen sind, war ich noch sehr jung. Wir wussten nicht, wo wir hinsollten“, sagt Sufaira (Foto). „Die Menschen in Bangladesch haben uns Essen und ein Dach über dem Kopf gegeben. Jetzt leben wir glücklich.“

Vor vier Jahren ist Sufairas Familie mit Hunderttausenden Angehörigen der Rohingya vor Verfolgung in Myanmar geflohen. Das Camp in Cox’s Bazar ist jetzt das größte Flüchtlingslager der Welt. Mehr als 880.000 Menschen leben dort.

„Der Jahrestag erinnert uns an das Leid, das die Rohingya überwinden mussten“, sagt Ramesh Singh, der CARE-Länderdirektor in Bangladesch. Singh dankt dem Land für die Aufnahme der Menschen in Not. „Es gibt jedoch weiter keine Lösung für diese humanitäre Krise. Sie darf nicht in Vergessenheit geraten“, fügt er hinzu.

CARE hat den Geflüchteten von Beginn an mit Wasser, Nahrung und Notunterkünften geholfen. Frauen und Kinder wurden gezielt unterstützt. Viele Mütter sind bis heute auf sich allein gestellt. Mittlerweile gibt es im Camp aber z.B. Schulen, medizinische Einrichtungen und psychosoziale Hilfe. Viele Geflüchtete hatten zuvor Schreckliches erlebt und sind traumatisiert.

Somira (18) ist es gelungen, die entsetzlichen Erfahrungen hinter sich zu lassen und neu anzufangen. „In Myanmar haben wir gefürchtet, dass wir ermordet werden. Aber hier in Bangladesch haben wir keine Angst mehr.“ Für junge Frauen wie Somira ist das Leben im Nachbarland auch mit mehr Freiheiten verbunden. „In Myanmar durften wir Mädchen nicht raus. In Bangladesch dürfen wir zur Arbeit“, erzählt sie.

Für Somira ist das sehr wichtig. „Ich lerne viel, wenn ich arbeite“, berichtet sie stolz. Als ehrenamtliche Helferin von CARE setzt sie sich gegen Gewalt an Frauen ein.

Dass Frauen ein Recht darauf haben, ohne Gewalt zu leben, hat auch Hasina (27) erst in Bangladesch erfahren. „Wir haben in den „Safe Spaces“ von CARE gelernt, dass es Gewalt ist, wenn ein Mann seine Frau misshandelt. In Myanmar wussten wir das nicht.“ Das neue Bewusstsein über die Rechte von Frauen hat auch in den Familien viel verändert. „Wir haben es unseren Vätern und Ehemännern erzählt. Es gibt jetzt weniger Gewalt“, sagt Hasina.

Stärken Sie Frauen wie Somira und Hasina! Bitte unterstützen Sie die Projekte von CARE mit einer Spende!

Alle Fotos: Asafuzzaman Captain/CARE