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Winter in Syrien: „Die Menschen leiden extrem. Kinder sind ohne Schutz“

Foto: Ihsan/CARE

In Syrien leben mitten im Winter mehr als eine Million Menschen in Zelten. Wer ein Dach über dem Kopf hat, ist zumeist in einer Baracke ohne Heizung untergekommen. „Der Großteil der Vertriebenen sind Frauen und Kinder“, sagt CARE-Nothelferin Sherine Ibrahim. „Viele sind auf sich alleine gestellt.“ Die syrische Wirtschaft ist im zehnten Jahr des Krieges in der Corona-Krise zusammengebrochen. Es fehlt an allem: Nahrung, Wasser, Notunterkünften. Manche Familien haben nicht einmal Decken.

Die Lage ist entsetzlich. Bitte helfen Sie mit einer Spende!

„Es ist eine Krise von ungeahntem Ausmaß entstanden“, sagt Ibrahim. „Die Bevölkerung leidet extrem unter der Zerstörung der zivilen Infrastruktur, die dringend wiederhergestellt werden muss. Es gibt einen riesigen Bedarf an humanitärer Hilfe.“ Die Frauen und Kinder sind in den Flüchtlingslagern im Nordwesten Syriens ohne Schutz. Mütter müssen ihre Familien alleine versorgen, können aber kaum arbeiten, weil sie die Kinder nicht alleine lassen können.

Die Preise für Lebensmittel sind in der Region Idlib in den vergangenen Monaten so stark gestiegen, dass für viele der Kauf von Lebensmitteln unerschwinglich geworden ist. Das führt zu immer mehr Hunger und Mangelernährung – vor allem unter Kindern sowie Schwangeren und stillenden Müttern.

Foto: Ihsan Relief and Development

So sehen die Lager aus, in denen die Menschen bei bitterer Kälte ausharren müssen. Wenn es regnet oder schneit, dringen Wasser und Schlamm in die Zelte. Medizinische Versorgung oder sanitäre Einrichtungen gibt es zumeist nicht. Manche Familien sind mit dem Auto vor Angriffen geflüchtet und schlafen nun seit Monaten darin.

Hilfsgüter kommen über die Grenze zur Türkei ins Land. „CARE nutzt alle Wege, um Hilfe zu bringen“, sagt CARE-Mitarbeiter Tue Jakobsen. „Unsere wichtigste Hilfsleistung sind Lebensmittel.“ CARE liefert auch Trinkwasser in Tankwagen in entlegene Regionen ohne Zugang zu sauberem Wasser. Verteilt werden auch CARE-Pakete® mit Hygiene-Artikeln und Windeln.

Bei frostigen Temperaturen leiden Kinder und alte Menschen besonders. Viele werden krank. Auch der Hunger schwächt sie.

Foto: IYD/CARE

Soulafa (Foto) ist 80 Jahre alt. Seit acht Jahren ist sie mit ihrer Familie auf der Flucht. Ihre Tochter arbeitet als Tagelöhnerin in der Landwirtschaft. „Was sie verdient, reicht nicht einmal dafür, dass wir Brot kaufen können“, sagt sie. „Oft vergehen Tage, bis wir wieder essen können. Wir weinen jeden Tag.“

CARE leistet in Syrien in mehreren Krisenregionen Nothilfe. Im Winter erhalten Vertriebene z.B. Decken und wetterfeste Planen. Vor Ort wird laufend ermittelt, was gerade am dringendsten gebraucht wird.

Mit diesem Projekt unterstützt CARE mehr als 129.000 Menschen in Syrien – davon mehr als die Hälfte Kinder. Es wird von der Europäischen Union gefördert. Herzlichen Dank!