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Von der Welt vergessen: Viele Geflüchtete sind 2021 ohne jede Unterstützung

Foto: CARE

Die Not von Millionen Menschen geht in der Pandemie unter. Die finanzielle Unterstützung für Geflüchtete in Krisengebieten war in den ersten sechs Monaten dieses Jahres völlig unzureichend. Zum Teil ist sie bislang komplett ausgeblieben. Dramatisch unterfinanziert ist die Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen und seiner Partner besonders auf dem afrikanischen Kontinent, etwa im Tschad, in Mali, Burkina Faso, Niger und Burundi. Für Burundi ist bisher kein einziger Euro in den Hilfsplan für Geflüchtete eingezahlt worden.

„Die internationale Gemeinschaft darf humanitäre Hilfe nicht von der aktuellen Nachrichtenlage abhängig machen“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, die Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Geflüchtete haben ein Recht auf ein menschenwürdiges Leben und damit auf konkrete Hilfe und unsere Solidarität.“

Die Corona-Krise bindet jedoch nicht nur finanzielle Mittel, sondern führt auch dazu, dass das Leid von Millionen Menschen ausgeblendet wird. Zu Unrecht gibt es dafür kaum Aufmerksamkeit, wenn sich alles um Infektionszahlen und Impfungen dreht. „CARE fordert die politischen VerantwortungsträgerInnen auf, eine nachhaltige Finanzierung und einen EU-weiten Plan für die Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen, eine rasche Abwicklung von Asylanträgen zu gewährleisten und einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen umzusetzen“, sagt Barschdorf-Hager.

Auch in Syrien (Foto) und den syrischen Nachbarländern fehlt es an Geld für Hilfe. Von den benötigten 4,8 Milliarden Euro sind erst 10 Prozent eingegangen. Dabei stellt die Vertreibung der syrischen Bevölkerung nach wie vor die größte Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg dar: 6,2 Millionen Menschen sind innerhalb Syriens vor anhaltender Gewalt auf der Flucht. 5,6 Millionen SyrerInnen flohen in Nachbarländer.

In Asien sieht die Lage kaum besser aus: In Bangladesch, wo knapp 900.000 Rohingya aus Myanmar Zuflucht suchen, ist die benötigte Hilfe in Höhe von rund 787 Millionen Euro ebenfalls erst zu 15 Prozent finanziert. „Es ist entscheidend, dass so schnell wie möglich ausreichend finanzielle Mittel bereitgestellt werden, damit Länder wie Bangladesch, der Libanon oder die Demokratische Republik Kongo, die Millionen Geflüchtete beherbergen und am Limit sind, entlastet werden“, fordert Barschdorf-Hager.

Foto: CARE

In Ländern wie Tschad (Foto) oder in Burundi warten die Menschen schon viel zu lange auf Unterstützung. Burundi führt die Liste der zehn vergessenen Krisen des Jahres 2020 an. Lesen Sie hier mehr dazu.

Trotz der Herausforderungen der Pandemie dürfen die Geberstaaten finanzielle Mittel für humanitäre Hilfe nicht verringern, verlangt CARE. Zugleich muss sichergestellt werden, dass MitarbeiterInnen lokaler Hilfsorganisationen, die täglich Wasser, Nahrung und Schutz liefern und dabei oft ihr Leben riskieren, einen signifikanten Anteil der humanitären Hilfsgelder erhalten.

So hilft CARE:
CARE arbeitet in über 100 Ländern und setzt sich insbesondere für die Unterstützung von Frauen und Mädchen ein. In Syrien und den Nachbarländern hat CARE in zehn Jahren des Konflikts mehr als sechs Millionen Menschen mit lebenswichtigen Hilfsgütern wie Lebensmitteln und Hygieneartikeln erreicht. Im Tschad, im Niger, in Burundi und anderen Ländern in der Sahelzone hilft CARE geflüchteten Familien, sich und ihre Kinder ausgewogen zu ernähren und unterstützt Frauen, durch Kleinspargruppen finanziell unabhängiger zu werden.