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Psychische Gesundheit: Frauen leiden an Folgen der Corona-Krise

Was brauchen die Menschen in der Corona-Krise? Wie muss Hilfe in Zeiten der Pandemie aussehen? CARE hat mit mehr als 10.000 Frauen und Männern weltweit gesprochen.

„Der Lauf des Lebens änderte sich über Nacht. Der Stress führte zu einer schweren Malaria. Ich war zwei Wochen lang krank. Außerdem hatte ich Angst davor, ins Krankenhaus zu gehen – wir kennen dort niemanden“, berichtet Carrine Annette Bidzogo aus Kamerun.

Seit März hat CARE weltweit Gespräche geführt, um Hilfsmaßnahmen an die neuen Herausforderungen einer Pandemie anzupassen. Dabei hat CARE die Aufmerksamkeit besonders auf die geschlechtsspezifischen Folgen gerichtet. Binnen weniger Monate wurden über 6.000 Frauen und 4.000 Männer befragt. Das Ergebnis ist eine der bisher größten qualitativen Untersuchungen der Corona-Krise überhaubt.

Jede vierte Frau und jeder zehnte Mann berichten über psychische Erkrankungen

Einer der auffälligsten Unterschiede besteht im Bereich der psychischen Gesundheit. 27% der Frauen klagen über eine Zunahme der psychischen Erkrankungen – im Vergleich zu nur 10% der Männer. Frauen weisen insbesondere auf die steigende Belastung durch unbezahlte Pflegearbeit hin ­- zusätzlich zu den Sorgen um Lebensunterhalt, Nahrung und Gesundheitsversorgung. Frauen berichten zudem fast doppelt so häufig über Probleme beim Zugang zu Gesundheitsdiensten.

Große Geschlechterunterschiede auch bei Einkommen und Ernährung

Auch die wirtschaftlichen Folgen der Krise betreffen die Geschlechter weltweit unterschiedlich stark. Jede zweite Frau (55% ) berichtet, dass für sie Einkommensverluste die deutlichste COVID-Folge sind, im Vergleich zu 34% der Männer.

Frauen arbeiten eher im informellen Sektor, der von COVID-19 am stärksten betroffen ist, und haben weniger Zugang zu Arbeitslosenunterstützung. 41% der Frauen und 30% der Männer geben an, nicht genug Nahrung zu haben. Dies zeigt tief verwurzelte geschlechtsspezifische Ungleichheiten in lokalen und globalen Ernährungssystemen.

„Fleisch, früher ein Grundnahrungsmittel, steht jetzt nicht mehr auf dem Speiseplan“, berichtet Gregoris del Valle Camacho Figueroa aus Ecuador. „Ich kann es mir nicht mehr leisten. Ich habe Kopfschmerzen, weil ich nur noch zweimal am Tag esse, und nicht drei Mahlzeiten wie vor COVID-19.“

Frauen essen in ihren Familien oft am wenigsten und zuletzt. Zugleich sind sie besonders häufig für die Zubereitung der Speisen verantwortlich.

Die Ergebnisse der weltweiten Interview-Reihe von CARE finden sich im nun erschienen Bericht „She told us so“.

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