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Vergessene humanitäre Krise in Sri Lanka: “Wir haben fast nichts zu essen”

Soundary Leyam Sebamalai brachte im Alter von 26 Jahren ihr erstes Kind zur Welt. Kurz nach der Entbindung erlitt sie eine Lähmung. Im Laufe der Jahre begann sie, die Beweglichkeit in ihren linken Fingern zu verlieren. Jetzt ist sie 63 Jahre alt und kann weder gehen noch ihre linke Hand benutzen. Die große Wirtschaftskrise in Sri Lanka erschwert ihr ohnehin schon hartes Leben noch zusätzlich.  

Die 63-Jährige führte früher ein kleines Lebensmittelgeschäft. Die Ausgangssperren während der Covid-19-Pandemie führten zu großen finanziellen Verlusten. Die jetzige schwere Wirtschaftskrise verschlimmerte die Lage und sie musste ihr Geschäft schließlich ganz schließen. “Unser Leben ist stark beeinträchtigt, da wir fast nichts zu essen und kaum Zugang zu lebensnotwendigen Dingen haben”, sagt Soundary.  

Ihr Ehemann ist nun der einzige Ernährer der Familie. Der Tagelöhner hilft Fischern, den Fang aus den Netzen zu trennen und die Angelschnüre zu reinigen. Dabei verdient er zwei- bis dreimal pro Woche jeweils 500 LKR (ca. 1,40 Euro). „Sein Verdienst ist so gering, wir können kaum unsere Grundbedürfnisse decken. Wir schaffen es irgendwie, uns zu ernähren, aber ich spüre, dass sich mein Gesundheitszustand aufgrund des Nährstoffmangels in unseren Mahlzeiten rapide verschlechtert”, erzählt Soundary. Aufgrund der hohen Inflation kann die Familie kein Fleisch und Gemüse kaufen. Weil das Geld kaum ausreicht, musste Soundary sogar zwei ihrer Halsketten verpfänden. Sie glaubt nicht daran, diese zurückzubekommen.  

Soundarys Ärzte gehen davon aus, dass sie an einer Autoimmunerkrankung leidet. Diese beeinträchtigt ihre eigene, aber auch die Mobilität ihrer Familie sehr. Selbst für den Gang zur Toilette benötigt sie die Unterstützung von jemandem. Sie kann nicht einmal kochen und ist stark von ihrer Tochter abhängig, die in der Nähe wohnt. 

Mit Unterstützung der Regierung und Hilfsorganisationen, schafft es Soundarys Familie, irgendwie mit dem Nötigsten auszukommen. Doch es braucht mehr, um die Lebensmittelknappheit zu bekämpfen. „Wegen meiner Krankheit erhalte ich rund 5000 LKR (ca. 14 Euro) als medizinische Unterstützung von der Regierung. Dieses Geld reicht aber nicht einmal aus, um meine Medikamente zu kaufen.”  

CARE Österreich und seine lokale Partnerorganisation Chrysalis leisten in Sri Lanka Unterstützung mit Nahrungspaketen. „Ich habe heute ein Paket mit Trockennahrung von Chrysalis erhalten. Ich denke, dass diese für mindestens zwei Wochen reichen sollte. Ich bin Chrysalis dankbar für die schnelle Hilfe”, sagt Soundary. Sie hofft auf weitere Unterstützung mit CARE-Paketen® mit Nahrungsmitteln.

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