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Ukraine: Die Zivilbevölkerung zahlt den höchsten Preis

Millionen Menschen sind seit Beginn des Krieges innerhalb der Ukraine auf der Flucht. Frauen und Kinder mussten ihr Zuhause und oft auch Familienangehörige zurücklassen. Zehntausende – vor allem ältere Menschen – sitzen fest, weil sie nicht fliehen können oder möchten. Sie alle benötigen eine sichere Unterkunft, Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel. Um die dringend benötigte Hilfe zu leisten, arbeitet CARE in der Ukraine mit erfahrenen Partnerorganisationen zusammen.

Humanitäre Krise in der Konfliktzone nimmt zu

Die Lage in der Ostukraine verschlechtert sich mit dem Fortschreiten der Kämpfe. Für die Menschen in der Konfliktzone wird es immer schwieriger, sich in Sicherheit zu bringen. Feuchte, dunkle Keller, Untergeschosse, alte Luftschutzbunker und U-Bahn-Stationen sind für Tausende zu Wohnungen, Schulen, Spielplätzen und Zufluchtsorten geworden. Die Wasserversorgung ist kritisch und Nahrungsmittel sind nur begrenzt verfügbar.

 

Obwohl der Zugang für humanitäre Hilfe vielerorts schwierig ist, konnte „People in Need“, eine der Partnerorganisationen von CARE in der Ukraine, seit Beginn des Krieges 15 Züge und 39 Lastwagen mit humanitären Hilfsgütern aus der Tschechischen Republik in die Ukraine schicken. Im Juni wurde mehr als 21.000 Menschen in der Oblast Saporischschja mit Lebensmitteln geholfen. Außerdem wurde eine Außenküche eingerichtet, in der täglich rund 2.000 Menschen essen können.

In den Städten Lyssytschansk, Sjewjerodonezk und Hirske in der Oblast Luhansk wurden mehr als 13.000 Liter Trinkwasser an 1.000 Menschen, Lebensmittel für mehr als 5.300 Menschen und selbstgemachte Brotpakete an 1.200 Menschen geliefert. In Vuhledar und anderen Orten im Gebiet Donezk wurden mehr als 4.000 Menschen mit 22.000 Liter Wasser und mit Lebensmitteln versorgt.

Am Bahnhof in Lwiw werden Vertriebene mit Mahlzeiten versorgt.

Hilfsgüter für Notunterkünfte im Westen

In westlich gelegenen Lwiw werden Binnenvertriebene unterstützt, die aus umkämpften Gebieten wie Mariupol oder Charkiw geflohen sind. Über 80.000 Menschen haben sich hier bereits registriert. Viele wollen hierbleiben, andere sind nur auf Zwischenstation, um von dort aus in Nachbarländer der Ukraine weiterzureisen.

„Das Problem ist, dass die Infrastruktur für so viele Vertriebene fehlt. Die Menschen können temporär in Schulen oder Hotels schlafen, aber es fehlt oft an Essen, Kleidung und weiteren Dingen des täglichen Bedarfs. Auch Betten, Matratzen und Küchenutensilien werden weiterhin dringend benötigt“, erklärt Valeriya Vershynina von „Charity Foundation Stabilization Support Services“ (CFSSS), einem weiteren CARE-Partner.

„In Lwiw sind die Preise für Wohnungen rapide gestiegen. Die Menschen müssen jetzt mehr als doppelt so viel für Unterkünfte bezahlen als noch im Februar, vor der Ausweitung der Kampfhandlungen. Inzwischen kommen die Menschen aus sieben stark betroffenen Regionen in der Ukraine, zu Beginn waren es nur vier“, so Valeriya. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Unterkünfte und Aufnahmezentren unterstützt werden.

„Die Menschen wollen jetzt weg von den Kämpfen – so weit, wie möglich“, sagt Valeriya. Mit CFSSS hilft CARE Vertriebenen in Notunterkünften in Lwiw mit Essens- und Hygienepaketen. In der Nähe des Bahnhofs wurden bereits drei Küchen errichtet, um dort Mahlzeiten zu kochen und zu verteilen.

„In Krisen wie diesen ist es die Zivilbevölkerung, die den höchsten Preis zahlt. Auch mehr als zwei Monate nach Ausbruch der Kampfhandlungen in der gesamten Ukraine sind immer noch Millionen Menschen dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Wir hoffen weiterhin auf den langen Atem und die Spendenbereitschaft der Österreicherinnen und Österreicher.“

Unterstützen Sie die CARE-Nothilfe in der Ukraine mit Ihrer Spende!

So hilft CARE: In der Ukraine hilft CARE gemeinsam mit Partnerorganisationen und unterstützt Freiwillige und kleinere lokale Initiativen finanziell. Zudem stellt CARE Unterkünfte und sichere Räume für Frauen und Familien bereit, verteilt Nahrungsmittel, Wasser, Hygieneartikel und leistet psychosoziale Unterstützung und Bargeldhilfe.