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Überschwemmungen in Pakistan: „Als das Wasser stieg, ertrank mein Sohn“

Mitten in der Nacht drang Wasser ins Haus von Mai Walita. Die Mutter von zwei Kindern begann, die wichtigsten Habseligkeiten ihrer Familie zusammenzusuchen. Sie wusste, dass nur noch wenig Zeit blieb, bevor sie alle fliehen mussten. Das Wasser stieg schnell. Wenig später sah Mai Walita, dass ihr Sohn (3) nicht mehr im Bett lag. Er dürfte unbemerkt hinunter geklettert sein. Sie fand ihn im Wasser, er war ertrunken. „Ich weiß nicht, wie ich mir das jemals verzeihen soll“, sagt Mai Walita (Foto oben). Sie fürchtet nun auch um das Leben ihres zweiten Kindes. Das vier Monate alte Mädchen kam zu früh zur Welt und ist krank.

CARE ist im Rettungseinsatz, um den Menschen in Pakistan zu helfen. Über zwei Drittel des Landes sind überflutet. Mehr als 33 Millionen Menschen sind direkt von den Überschwemmungen betroffen. Viele sind auf der Flucht. „Die Menschen haben nichts mehr. Alles steht unter Wasser“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. CARE leistet Nothilfe und verteilt, was jetzt am dringendsten gebraucht wird – z.B. Zelte und Zeltplanen. Die Menschen brauchen einen Unterschlupf und Trinkwasser. Wichtig sind auch Notlatrinen, um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern. 

Kinder, Säuglinge, Schwangere und ältere und geschwächte Menschen sind besonders in Gefahr. Die Nothelfer:innen von CARE vor Ort hören leider oft dramatische Berichte wie jenen von Mai Walita. Viele Familien haben Angehörige in den Fluten verloren.

Saibani (Foto) hält ihre neugeborene Nichte Fiza im Arm. Fizas Mutter starb wenige Tage nach der Geburt, weil sie mit starken Blutungen nicht rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Die Straßen standen unter Wasser. Saibani macht sich große Sorgen, was aus Fiza werden soll. Sie hat selbst ein Kind, das sie noch stillt. „Ich habe nicht genug Milch für beide Kinder“, sagt sie. „Ich weiß nicht, wie das Baby ohne seine Mutter überleben soll.“

Familien, die sich vor den Überschwemmungen in Sicherheit bringen konnten, haben zumeist alles in den Fluten verloren. Es fehlt an Notunterkünften, aber auch an Nahrung. „Seit wir unser Zuhause verlassen mussten, hat niemand von uns mehr genug zu essen bekommen“, sagt Mehva, ein junges Mädchen. „Ich habe Angst um meinen kleinen Bruder. Er ist acht Monate alt und wird immer schwächer.“

Zarba wartet mit ihrem Kleinkind am Arm auf Hilfsgüter. „Wir können ohne Unterschlupf überleben, aber nicht ohne Essen“, erklärt sie. „Wir brauchen dringend Hilfe!“ CARE bringt weiter CARE-Pakete® ins Krisengebiet und wird die Menschen auch beim Wiederaufbau nicht im Stich lassen.

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