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Türkei: Pistaziengeschäfte als Zufluchtsorte

CARE Talks: CARE-Mitarbeiterin Eva Draxler im Gespräch mit CARE-Helferin Christine Braun, die über ihren Arbeit mit syrischen Flüchtlingen in der Türkei berichtet.

Das Gebiet im Süden der Türkei nahe an der Grenze zu Syrien ist bekannt für seine Pistazien. Seit dem Ausbruch der Syrienkrise finden Tausende Menschen Zuflucht in dieser Region. Es sind vor allem syrische Kurden und Kurdinnen, die vor der Gewalt im nahen Kobane in die Grenzregionen Halfeti und Birecik fliehen. Viele Türken, die dort leben, zählen selbst zur kurdischen Minderheit und zeigen sich äußerst solidarisch mit den Flüchtlingen. Sie leisten Hilfe, so gut sie können.

Die Ersparnisse sind aufgebraucht
Erfreulicherweise müssen sie in den Pistazienläden keine Miete bezahlen. Doch die Ersparnisse der Flüchtlinge sind ohnedies so gut wie aufgebraucht. Viele sind verschuldet. Die Menschen sind über die Medien gut informiert und halten engen Kontakt mit ihren Angehörigen und Freunden. Laut UNHCR leben derzeit über 2,1 Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei. Die Mehrheit der Flüchtlinge kam mit wenig oder nichts in der Türkei an.

CARE Österreich hat im Juni 2014 mit Unterstützung der Europäischen Union das Türkei-Projekt Hilfe für syrische Flüchtlinge gestartet. In der Akutphase verteilte CARE im Jahr 2014 in den Distrikten Halfeti und Birecik 3.000 Decken und 200 Matratzen, Bodenmatten und Bekleidung sowie Windeln, Waschmittel und Seifen an die Flüchtlinge.

Kampagnen für das Hygienebewusstsein sollen den Gesundheitszustand der Flüchtlinge verbessern. Außerdem erhalten die verwundbarsten Familien unter den Flüchtlingen finanzielle Unterstützung in Form von Gutscheinen für Nahrungsmittel. Derzeit werden ca. 1.000 Haushalte mit monatlichen sogenannten „e-vouchers“ versorgt, die laut Christine Braun ein würdevolles Einkaufen der notwendigsten Güter und Lebensmittel ermöglichen. Und das unkompliziert und effizient.

Große Bewegungen unter den Flüchtlingen auf türkischem Gebiet erschweren die Erfassung der Menschen, die am dringendsten Unterstützung brauchen. Viele Flüchtlinge kehren für kurze Aufenthalte nach Syrien zurück, um dort nach dem Rechten zu sehen. Andere finden prekäre Arbeit oder entscheiden sich für eines der Flüchtlingslager, die von der türkischen Regierung geführt werden.

Christine Braun wurde von CARE Türkei gebeten, bei der Erfassung der aktuellen Anzahl der Bedürftigen in den Distrikten Halfeti und Birecik mitzuhelfen. Für die Erhebungen wurden im Oktober Arabisch sprechende Mitarbeiter rekrutiert und von Christine entsprechend eingeschult. Die Daten und deren Analyse bilden die Basis für humanitäre Folgeprojekte in der Türkei und werden auch anderen Organisationen zur Verfügung gestellt.

„Es braucht eine Schule“
„Es wäre dringend notwendig, ein Schulprogramm einzuführen“, berichtet Christine Braun. In Birecik gibt es zwar im Gegensatz zu Halfeti eine zweisprachige Schule, doch die Schule ist zu Fuß kaum zu erreichen. „Viele Kinder nehmen auch kleine, informelle Arbeiten an, um ihre Eltern zu unterstützen“. CARE plant außerdem ein „Community Center“ in der Region einzurichten und die Hilfeleistungen auf andere Gebiete im Südosten der Türkei auszuweiten.

Mehr über CAREs Arbeit mit syrischen Flüchtlingen in der Türkei finden Sie hier!