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Tschadsee-Region: Klimawandel und COVID19 verursachen Hungerkrise

Vier Kinder gehen auf trockenem Boden

Die Region um den Tschadsee in Westafrika ist gleich mit mehreren Krisen konfrontiert. Millionen von Menschen hungern. CARE hilft vor Ort.

Im Tschad, in Niger, Nigeria und Kamerun kommen gleich mehrere Krisen zusammen: Gewalttätige Konflikte, Armut, Klimawandel, Vertreibung und der dramatisch sinkende Wasserspiegel des Tschadsees, der für viele Menschen einst die wichtigste Lebensgrundlage bot. Die Folge ist Hunger in einer der ärmsten Regionen der Welt.

„12,5 Millionen Menschen in der Region benötigen Nothilfe. 1,7 Millionen mehr als noch zu Beginn des Jahres. Eine halbe Million Kinder sind mangelernährt“, berichtet CARE-Nothelferin Claudine Awute via Video-Stream aus dem nigerianischen Abuja. Immer mehr Menschen haben nicht ausreichend Nahrung, da viele Gebiete rund um den Tschadsee seit Wochen überschwemmt sind. „900.000 Menschen sind von den Fluten betroffen“, erklärt CARE-Helfer Alio Namata aus Niamey, der Hauptstadt Nigers.

Auch das Coronavirus hat in der Region dramatische Folgen. „Das ist in der Region nicht nur eine Gesundheitskrise“, so Awute. „Durch die Folgen des Virus hat sich auch die Zahl der Hungernden erhöht.“ Denn in der Pandemie wurde die Mobilität stark eingeschränkt. Das betrifft auch den Transport von Lebensmitteln. „Für uns als humanitäre Helfer gibt es große Schwierigkeiten, in manche Regionen zu gelangen. Manche Gegenden sind nur per Hubschrauber zu erreichen.“  

Auf den schwierigen Zugang zu Menschen in Not reagiert CARE, indem Kleinspargruppen in Dörfern genutzt werden, um Informationen und Hilfsgüter zu verteilen. Die Gruppen, in denen Frauen sich gegenseitig unterstützen, helfen auch, bestehende Geschlechterbarrieren zu überwinden.  

Mancherorts fehlt es den Menschen an Bargeld, um Nahrung für ihre Familien zu kaufen. CARE setzt deshalb auch auf die Kooperation mit Mobilfunkanbietern, um bargeldlose Zahlungssysteme via SMS zu etablieren. „Die Preise für Lebensmittel sind in letzter Zeit drastisch gestiegen“, so Alio Namata.

Eine Frau geht auf trockenem Boden

Neben der Nothilfe sieht Namata auch einen anderen Bedarf in der Region: „Um die Hungerkrise zu bewältigen, ist es sehr wichtig, Kleinbauern dabei zu helfen, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.“ Bauern, die ihr Vieh auf natürlichen Weiden halten und dafür mit ihren Tieren teilweise immer größere Distanzen zurücklegen, hilft CARE z.B. durch Wettervorhersagen. Kleinbauern werden effiziente Anbaumethoden beigebracht, um die auf die Klimawandel-Folgen zu reagieren.  

Ein Problem bleibt jedoch bestehen. „Es fehlt vielen Menschen an fruchtbarem Land, auf dem sie Nahrungsmittel anbauen können“, sagt Helferin Awute. Deshalb ist die humanitäre Unterstützung der Region rund um den Tschadsee enorm wichtig. Die Hilfe vor Ort müsse jedoch besser finanziert werden, so Awute: „Der Bedarf für die Region wird auf 1,83 Milliarden US-Dollar beziffert. Bisher wurden allerdings nur 28% der benötigten Mittel für laufende humanitäre Programme bereitgestellt.“

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