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Textilarbeit in Asien: Die Verantwortung der KonsumentInnen

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) geht davon aus, dass jährlich etwa 2,3 Millionen Menschen bei Arbeitsunfällen und an berufsbedingten Krankheiten sterben.

Als 2013 in einem Vorort von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka das Fabrikgebäude Rana Plaza  einstürzte und über 1.000 Menschen unter sich begrub, kamen die katastrophalen Sicherheitsstandards und Arbeitsbedingungen in den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit.

Spätestens als in den Trümmern Kleidungsstücke westlicher Modelabels gefunden wurden, müssen wir – die KonsumentInnen – uns auch der unbequemen Frage stellen, ob unser Einkaufsverhalten nicht auch dazu beiträgt, unter welchen Bedingungen Menschen in der Textilindustrie arbeiten müssen.

CARE-Helfer Thomas Haunschmid war Anfang 2017 in Bangladesch, um einen Dokumentarfilm über das Oikko Projekt zu drehen. Dieses setzt sich für die Rechte von TextilarbeiterInnen in Bangladesch ein. Er sprach dort mit dem Inspector General (Foto oben), einem Mitarbeiter jener staatlichen Einrichtung, die die Sicherheitsbestimmungen in den Textilfabriken überprüft.

3.780 Fabriken wurden bereits kontrolliert von denen 39 ganz und 47 teilweise geschlossen wurden. „Die Regierung nimmt die Sicherheitsaspekte sehr ernst, (…)“, betonte der Inspector General, der namentlich nicht genannt werden will. “(…) Wir gehen hier keine Kompromisse ein“, fügte er hinzu.

Wir wollten schließlich wissen, wer die Verantwortung für die Sicherheit der ArbeiterInnen übernehmen muss. „In meinen Augen liegt die Hauptverantwortung, um die Sicherheitsstandards für ArbeiterInnen am Arbeitsplatz zu garantieren, in den Händen der Fabrikbesitzer. Denn diese investieren und bekommen schließlich die entsprechenden Dividenden. Die Verantwortung für sichere Arbeitsbedingungen liegt also bei den Besitzern.“

Die Regierung sieht er lediglich als unterstützende Kraft, die beobachten und gewisse Standards einmahnen kann. Doch was ist mit den heimischen KonsumentInnen? Trägt unser Konsumverhalten nicht auch dazu bei, eben diese Arbeitsbedingungen aufrechtzuerhalten? Können wir nicht durch unser Konsumverhalten Druck auf jene Marken ausüben von denen wir wissen, dass sie nicht entsprechende Standards einhalten? „Ich glaube nicht, dass die KonsumentInnen etwas damit zu tun haben. In der gesamten Lieferkette sind es jedoch die Händler, sie alle haben etwas damit zu tun.“

CARE setzt sich in mehreren Projekten dafür ein, die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken zu verbessern und TextilarbeiterInnen zu mehr Rechten zu verhelfen.