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Syrienkonferenz in London: Höchste Zeit für mehr Hilfe

In London treffen ab 4. Februar Regierungsvertreter aus aller Welt zu einer hochrangig besetzten Syrienkonferenz zusammen. Es ist dringend notwendig, dass neue finanzielle Zusagen für die Unterstützung syrischer Flüchtlinge und die Gastländer in der Region gemacht werden. Das fordert eine globale Koalition von mehr als 90 humanitären und Menschenrechts-Organisationen, der u.a. CARE, Amnesty und World Vision angehören.

„Die Bilder aus der ausgehungerten Stadt Madaya sollten die Politik endlich zum Handeln veranlassen“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.

„Nach fünf Jahren Krieg in Syrien ist es an der Zeit für Maßnahmen, die mehr als bloß tröpfchenweise Hilfe bringen. Gastländer wie Jordanien oder der Libanon, die so viele Menschen zu versorgen haben, müssen entlastet werden. Es sollten Lösungen gefunden werden, bei denen die Rechte von Flüchtlingen respektiert werden. Sie sollten endlich die Möglichkeit haben, zu arbeiten und ihre Kinder in die Schule zu schicken“, fordert Barschdorf-Hager.

Das Leid der Bevölkerung nimmt noch nie dagewesene Ausmaße an: 13,5 Millionen Menschen innerhalb Syriens benötigen dringend humanitäre Hilfe. Seit Ausbruch des Krieges im Jahr 2011 wurden durchschnittlich 50 syrische Familien pro Tag aus ihrer Heimat vertrieben.

Die Organisationen fordern insbesondere mehrjährige Finanzierungszusagen. Regierungen, Finanzinstitutionen, der Privatsektor und die Zivilgesellschaft sollten sich zusammenschließen. Der Grundstein für Wiederaufbau und Wachstum muss jetzt gelegt werden.

Die Konferenz sollte sich zudem mit der Situation innerhalb Syriens befassen. Dazu zählen gezielte Angriffe, Belagerung und das Verhindern von humanitären Hilfslieferungen, unter denen die Zivilbevölkerung zu leiden hat.

Der UN-Hilfsappell für Syrien beläuft sich auf 7,73 Milliarden US-Dollar. Im letzten Jahr war er zu weniger als 60 Prozent finanziert. Die KonferenzteilnehmerInnen sind gefordert, in diesem Jahr sicherzustellen, dass UN und Gastländer die notwendigen Mittel erhalten.

Privatsektor und Finanzinstitutionen sollen dazu beitragen, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Forderungen der Koalition aus Hilfsorganisationen:

Zusätzliche und mehrjährige Finanzierungszusagen, um sofortige und mittelfristige Bedürfnisse der Flüchtlinge und Gastländer zu decken
Mehr Schutz für ZivilistInnen innerhalb und außerhalb Syriens: Angriffe auf Häuser, Schulen und medizinische Einrichtungen sowie Belagerung und Verhinderung humanitärer Hilfe müssen beendet werden
Gastländern ermöglichen, Hindernisse beim Zugang von Flüchtlingen zu Arbeit und grundlegenden sozialen Leistungen abzubauen
Mit einer Verpflichtung sicherstellen, dass syrische Flüchtlingskinder und Kinder in den Gastländern ab dem nächsten Schuljahr qualitativ hochwertige Bildung in sicherer Umgebung erhalten
Möglichkeiten der internationalen Finanzinstitutionen und des Privatsektors ausschöpfen, um in die ökonomische Entwicklung und den Wiederaufbau in der Region zu investieren
Mechanismen zur effizienten Umsetzung der Vereinbarungen schaffen
Die Rechte und Bedürfnisse der Flüchtlinge ins Zentrum aller Überlegungen stellen

Dieses Video zeigt das unvorstellbare Ausmaß der Zerstörung in der syrischen Stadt Homs.

Die Zeitung „Die Zeit“ schreibt über einen „Marshallplan für Syrien“.