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Syrien: „In meinem Zimmer schlug eine Rakete ein. Ich dachte, ich wäre tot“

Foto: IYD/CARE

Maya war sieben Jahre alt, als sie von einer Explosion nach einem Luftangriff in der Nähe ihres Hauses in Homs aus dem Schlaf gerissen wurde. Sie stand auf und ging ins Nebenzimmer. Da schlug eine Rakete in dem Zimmer ein, wo sie kurz zuvor noch geschlafen hatte. „Ich konnte nichts sehen und nichts hören. Überall war Rauch. Ich dachte, ich wäre gestorben“, erinnert sich Maya.

Danach geriet Maya jedes Mal in Panik, wenn sie hörte, dass sich Flugzeuge näherten. Sie rannte sofort zu ihrer Mutter und suchte Schutz. „Die nächste Rakete wird uns töten“, dachte sie. Der Krieg dauerte an, Mayas Angst wurde immer größer. In der Volksschule wechselte sie fünf Mal die Schule, weil sie auf der Flucht vor Angriffen so häufig weiterziehen musste. Im Alter von elf Jahren flohen Maya und ihre Mutter aus Homs in den Norden von Syrien in die Region Aleppo.

Zu dem Zeitpunkt hatte Maya wegen ihrer großen psychischen Belastung schon mehr als ein Schuljahr versäumt. Sie hatte jeden Tag Angst und konnte sich nicht auf den Unterricht konzentrieren. Ihre Mutter war in großer Sorge. In Aleppo bekam Maya endlich Hilfe von einer Partnerorganisation von CARE, die Kindern durch psychosoziale Unterstützung wieder Halt gibt. Maya schaffte es, die Angst zu überwinden.

Bitte helfen Sie syrischen Flüchtlingen!

Foto: IYD/CARE

Heute ist Maya (14) nicht nur zurück in der Schule, sondern sie ist auch Klassenbeste! Sie lernt mit großem Eifer. Maya ist ihrer Mutter und ihrer Lehrerin dankbar, dass sie Verständnis und Förderung erhalten hat, als es ihr wegen ihrer Angst schlecht ging. Maya ist es wichtig, anderen Mädchen in ihrem Alter Mut zu machen und ihnen zu sagen: „Ihr seid stark! Glaubt an euch! Geht weiter zur Schule! Lasst Angst nicht euer Leben bestimmen!“

Dass Mädchen im Alter von 14 Jahren ihre Ausbildung fortsetzen, ist in Syrien leider nicht selbstverständlich. Viele Schulkolleginnen von Maya werden gedrängt, früh zu heiraten. Manche dürfen nicht mehr zum Unterricht, weil sie in ihren Familien z.B. den Haushalt oder jüngere Geschwister versorgen müssen. Maya hält am Ziel fest, die Schule abzuschließen und Medizin zu studieren. Die Erlebnisse im Krieg haben sie geprägt. „Ich habe Verwundete gesehen, ich habe sie schreien gehört. Wir konnten ihnen nicht helfen, weil unsere Stadt belagert war und weiter Bomben fielen.“ Maya möchte deshalb Ärztin werden. „Dann kann ich in Syrien eines Tages Hilfe leisten“, sagt sie entschlossen.

Nach mehr als neun Jahren Krieg leben viele Menschen in Syrien in bitterer Not. Ein Großteil der Bevölkerung wurde vertrieben. Belagerungen, Bombardierungen und wiederholte Vertreibung berauben die Menschen ihrer Lebensgrundlage und verschlimmern ihre Lage immer weiter. Deshalb benötigen sie vor Ort dringend Unterstützung.

Vor allem die Schwächsten wie Kinder und alte, kranke oder verletzte Menschen leiden. Allein fünf Millionen Kinder brauchen dringend humanitäre Hilfe. CARE bringt z.B. sauberes Wasser in besonders schwer betroffene Gebiete und verteilt Grundnahrungsmittel und Hygiene-Sets an Vertriebene und Geflüchtete.

Der Noteinsatz von CARE wird von der Europäischen Union unterstützt. Lesen Sie hier mehr zu diesem Projekt, das mehr als 129.000 Menschen in ganz Syrien hilft.

Foto: CARE