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Syrien: 2015 war das schlimmste Jahr des Leidens

Die Lage der Menschen in Syrien hat sich seit 2015 dramatisch verschlechtert. Die Kriegsparteien richten schlimmste Verwüstungen an, verhindern Nothilfe und schneiden ganze Städte von jeglicher Versorgung ab. Das geht aus dem Bericht „Fuelling the Fire“ von 30 Hilfsorganisationen hervor, darunter CARE.

Zum 5. Jahrestag des Syrienkonflikts zeigt der Bericht auf, dass Russland, die USA, Frankreich und Großbritannien, die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und der Internationalen Unterstützungsgruppe für Syrien sind, zur Verschärfung der Situation beigetragen haben. „Fuelling the Fire“ macht deutlich, wie die vier Vetomächte des UN-Sicherheitsrats ihre eigenen Resolutionen untergraben.

Der Bericht beschreibt, wie sich Zerfall und Chaos im fünften Jahr der Krise in Syrien weiter ausgebreitet haben und sich die Lage der Bevölkerung drastisch verschlechtert hat.

Ein syrischer Flüchtlingsjunge in Jordanien. Foto: Harry Chun

Zu den verheerenden Entwicklungen des Jahres 2015 gehört, dass

– mindestens 50.000 Menschen getötet wurden
– sich die Zahl der Menschen, die auf auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, um 1,5 Millionen erhöht hat
– knapp eine Million Menschen fliehen mussten
– sich nach Schätzung der UN die Anzahl der Menschen, die in belagerten Gebieten leben, auf fast 500.000 verdoppelt hat
– 200.000 Häuser teilweise oder vollständig zerstört wurden (dies ist ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber 2014)
– weitere 400.000 Kinder in Syrien nicht zur Schule gehen können, sodass die Gesamtzahl inzwischen bei über zwei Millionen liegt
 – Angriffe auf Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen um 44 Prozent zugenommen haben. Insgesamt wurden 112 solcher Angriffe registriert – dies ist der höchste Wert seit dem Ausbruch der Krise.

„Die Weltgemeinschaft steht vor einer gewaltigen Bewährungsprobe“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Sie muss sicherstellen, dass die Waffen endlich schweigen und die Konfliktparteien sich zum Frieden bekennen. Es braucht einen umfassenden Friedensprozess, um diesen Konflikt zu beenden.“ Barschdorf-Hager sieht in der Waffenruhe und den vereinbarten Friedensgesprächen ein positives Signal für eine Entwicklung, die den Menschen in Syrien endlich Frieden bringen könnte.

2015 ist es immer schwieriger geworden, in Syrien Nothilfe zu leisten. Nur zehn Prozent der UN-Hilfskonvois konnten die Konfliktlinien passieren und ihr Ziel erreichen. Obwohl momentan einige belagerte Orte teilweise wieder zugänglich sind, werden Hilfsorganisationen nach wie vor bei ihrer Arbeit behindert oder angegriffen. Weite Teile des Landes sind noch immer von humanitärer Hilfe abgeschnitten. So erhalten 200.000 Menschen in der ostsyrischen Stadt Deir Ez Zor nach wie vor keine Hilfe. Nach Madaya und in andere belagerte Orte gelangen wenigstens einige Hilfsgüter.