• Home
  • News
  • Sechs Jahre Krieg im Jemen: „Bei jedem Angriff habe ich Angst um meine Kinder“

Sechs Jahre Krieg im Jemen: „Bei jedem Angriff habe ich Angst um meine Kinder“

"Mir bricht es das Herz, wenn ich die Kinder sehe." Foto: Hamzah Shaif/CARE

Seit sechs Jahren nur Krieg. Viele Kinder im Jemen haben keinen Tag Frieden erlebt oder können sich nicht an eine Zeit ohne Kämpfe erinnern. Das Leid der Menschen ist unermesslich. 250.000 Menschen sind ums Leben gekommen. 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. 

Jeden Tag fürchten sie um ihr Leben und um das ihrer Angehörigen. „Wie jede Mutter im Jemen habe auch ich bei jedem Luftangriff Angst, dass meinen Kindern etwas passieren könnte – besonders, wenn sie in der Schule sind“, sagt CARE-Nothelferin Suha Basharen. Im Jemen gab es schon mehrmals Angriffe auf Schulen, bei denen Kinder starben. Auch ein Bus vollbesetzt mit Schulkindern wurde angegriffen.

„Mir bricht es das Herz, wenn ich vertriebene Frauen und Kinder sehe, die alles zurücklassen mussten. Die Zivilbevölkerung hat nichts mit diesem Konflikt zu tun, aber sie leidet am meisten und zahlt den höchsten Preis“, sagt Basharen. Vier Millionen Menschen mussten innerhalb des Landes flüchten. Zwei Drittel sind Frauen und Kinder.

Verwitwete Mütter müssen alleine für die Kinder sorgen. Foto: Sarah Alabsie/CARE

Wie unvorstellbar das Leid der Menschen im Jemen ist, zeigt die Geschichte von Safia Mohammed. Sie ist Mutter von fünf Kindern und stammt aus dem Bezirk Sa’ada im Nordjemen. Vor dem Krieg war das Leben für Safias Familie friedlich und normal. Nachdem der Konflikt in ihrer Heimat eskalierte, sah sich die Familie gezwungen, in einen benachbarten Bezirk zu fliehen. Aber auch dort waren sie nicht sicher: „Eines Tages schickte ich meinen Sohn in den nächsten Ort, um einen Sack Weizen auf dem Markt zu kaufen. Wir warteten und warteten auf ihn, bis plötzlich eine Gruppe von Menschen an meine Tür klopfte. Als ich öffnete, sah ich, dass jeder von ihnen ein Körperteil meines Kindes in den Händen hielt. Mein Sohn war auf dem Weg auf eine Landmine getreten.“

Berichte wie diese sind im Jemen leider kein Einzelfall. Tausende Menschen haben alles verloren – ihre Familienmitglieder, ihre Heimat und jegliche Perspektive.

„Nach sechs Jahren Krieg ist das Ausmaß der Zerstörung im Jemen enorm. Hilfsorganisationen wie CARE arbeiten unermüdlich daran, verzweifelte Familien mit lebensrettender Hilfe zu unterstützen. Doch die Finanzierung durch internationale Geber nimmt ab. Die einzige Lösung kann nur Frieden sein.“

Aaron Brent, CARE-Länderdirektor im Jemen