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Sechs Jahre Konflikt im Jemen: „Es geht in eine negative Richtung“

Kind in einem Flüchtlingslager im Jemen. Foto: Rabie Al-Zuhairy/CARE

CARE-Helfer Aaron Brent berichtet aus Jemen. In dem Land hungern mehr als drei Millionen Menschen.

Seit sechs Jahren tobt im Jemen ein bewaffneter Konflikt. Für die Bevölkerung hat sich die Lage seither massiv verschlechtert. Zuletzt verschärfte COVID-19 die Situation. Aaron Brent, Länderdirektor von CARE im Jemen berichtet: „Die Gesamtsituation entwickelt sich in eine negative Richtung. Es ist eine Zeit erneut aufflammender Konflikte und großer Unsicherheit.

Im Jahr 2020 wurden 120.000 Menschen durch Kämpfe aus ihren Heimatorten vertrieben. In der besonders betroffenen Region Marib gab es allein in den vergangenen drei Monaten rund 180 Luftangriffe.

Tausende Familien flohen zuletzt vor Luftangriffen auf die Region Marib. Foto: CARE

„In den letzten Monaten gab es keine Angriffe auf die Hauptstadt Sanaa“, berichtet Brent aus der Hauptstadt. „Die Stadt liegt nicht direkt an der Front. Das Leben hat sich dadurch ein wenig normalisiert. Doch wenn man aus der Hauptstadt herausfährt, sieht man, wie dramatisch die Situation in anderen Landesteilen ist.

CARE setzt die dringend benötigte humanitäre Hilfe im Land weiter fort. Für 3,2 Millionen Menschen im Jemen sind Nahrungsmittel knapp. Sie haben nicht genug zu essen. CARE leistet Lebensmittelhilfe durch monatliche Verteilungen und Bargeldhilfen. In einige Regionen wird per LKW Trinkwasser geliefert. Außerdem errichtet CARE Wasserversorgung und sanitäre Anlagen, die auch im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus eine wichtige Rolle spielen.

CARE verteilt Hilfsgüter an Menschen in Not. Foto: CARE

CARE hat mit seinem Hilfseinsatz bisher 2,8 Millionen Menschen in 13 Bezirken erreicht und beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wie andere Hilfsorganisationen ist auch CARE von der stockenden Finanzierung der Projekte im Land betroffen. Im laufenden Jahr ist der ermittelte finanzielle Hilfsbedarf im Jemen erst zu 42 Prozent gedeckt. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr war der Bedarf bereits zu 65 Prozent ausfinanziert.

CARE fordert, die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft weiter auf Jemen zu lenken, damit das Leid der Bevölkerung nicht in Vergessenheit gerät. Schon jetzt ist die Hungerkrise im Land erschreckend. „Menschen nehmen vermehrt Schulden auf oder verkaufen ihren Hausrat, um an Lebensmittel zu kommen. In manchen Landesteilen könnte sich die Lage schnell zu einer Hungersnot entwickeln,“ warnt Aaron Brent.

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