Diese Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen.
Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Alle Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

  • Home
  • News
  • Schneestürme im Nahen Osten

Schneestürme im Nahen Osten

In den Bergregionen des Libanon liegt Schnee, der in den nächsten Tagen auch in der jordanischen Hauptstadt Amman und anderen Städten im Norden Jordaniens erwartet wird. Vielen SyrerInnen steht der fünfte Winter in Zelten, provisorischen Unterkünften oder unfertigen Gebäuden bevor.

Wir leben zu zwölft in einem Haus und haben nur einen Kerosin-Ofen für alle zusammen“, erzählt Amneh Awad, 68, eine syrische Witwe, die in Irbid, Jordanien, lebt. „Unser Haus ist feucht. Im Winter hängen wir Decken vor die Fenster, um uns vor der Kälte zu schützen. Wenn es regnet und die Decken nass werden, wringen wir die Decken aus und hängen sie gleich wieder auf.

Diese beiden Cousins und ihre Familien - alle mussten aus Syrien fliehen - erhalten Unterstützung von CARE. Foto: CARE

Während sich die Menschen in der gesamten Region auf die Schneestürme vorbereiten, hatten viele der Flüchtlinge, mit denen CARE-MitarbeiterInnen sprachen, nicht die Mittel, Vorräte für den Winter anzulegen.

Kein Geld für Brennstoff
„Die Familien haben ganz einfach nicht die nötigen Mittel, um Brennstoff zu kaufen oder Reparaturen an ihren Unterkünften vorzunehmen“ sagt Richard Hamilton, CARE-Koordinator in der Region. „Sie brauchen dringend mehr Unterstützung, aber die Syrienhilfe ist nach wie vor massiv unterfinanziert.“ Im Jahr 2015 war der UN Hilfsappell für Syrien nur zu 56% finanziert.

„Für die Syrerinnen und Syrer, die ohnehin schon in sehr prekären Verhältnissen leben, ist das eine enorme Herausforderung“, so Hamilton weiter. „Millionen sind vor dem Krieg geflohen und viele mehr wurden innerhalb Syriens vertrieben. Sie konnten, falls überhaupt, nur wenige ihrer Habseligkeiten mitnehmen. Jetzt stehen bitterkalte Schneestürme bevor. Das macht die ohnehin schon unerträglichen Zustände noch schlimmer.“ Im letzten Jahr gab es Berichte über syrische Flüchtlinge im Libanon, vor allem Kinder, die erfroren sind.

Hilfe durch CARE-Winterpakete
Diesen Winter haben CARE-Teams in der Region mehr als 35.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien, dem Libanon und der Türkei mit Bargeldhilfe, Matratzen, Decken, Gasöfen und Kleidung unterstützt. Innerhalb Syriens konnte CARE 50.000 Menschen in verschiedenen Regionen mit Winterpaketen versorgen. Insgesamt hat CAREs Hilfe bereits 1.5 Millionen Menschen in Jordanien, dem Libanon, der Türkei und Ägypten sowie innerhalb Syriens erreicht. Dennoch wird dringend mehr Hilfe benötigt.

Während sich die Staatsoberhäupter auf die Syrienkonferenz nächsten Monat in London vorbereiten, ruft CARE die internationale Gemeinschaft dazu auf, dringend ihre Finanzierungszusagen zu erhöhen. Nur so kann angesichts des bevorstehenden rauen Winters weiterhin Nothilfe für Flüchtlinge innerhalb Syriens und in seinen Nachbarländern geleistet werden.

Anmerkung: Das Foto auf der Startseite stammt aus 2015, da uns noch kein aktuelles Foto von den Schneestürmen erreicht hat.