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30 Jahre Nothelfer: „Möglichst schnell Hilfe zu leisten, ist gleich geblieben“

Reinhard Trink und CARE Österreich Geschäftsführerin Dr. Andrea Barschdorf-Hager. (Bild: CARE)

Reinhard Trink blickt zurück auf 30 Jahre Nothilfe bei CARE Österreich. Am Grundprinzip seiner Arbeit hat sich seither nicht viel verändert. Aber die moderne Kommunikation erlaubt eine viel bessere Organisation.

Als CARE Österreich 1987 gegründet wurde, kannten viele ÖsterreicherInnen die Hilfsorganisation mit dem CARE-Paket© vor allem aus der persönlichen Erinnerung. So ging es auch Reinhard Trink, als er im Frühjahr 1991 bei CARE begann. „Meine Mutter hatte nach dem Zweiten Weltkrieg selbst ein CARE-Paket® bekommen. Ich wusste allerdings nicht, dass es CARE Österreich gibt”, erzählt Trink. Heute, drei Jahrzehnte später, ist er einer der dienstältesten Mitarbeiter im Wiener Büro von CARE.

Seine erste Aufgabe bei CARE war die Koordination von Hilfslieferungen in die Sowjetunion, die damals zusammenbrach und auf Nothilfe angewiesen war. Seither hat sich viel getan, so Trink, aber „das Prinzip, dass CARE versucht, schnell zu reagieren und Hilfe zu leisten, das ist gleich geblieben. Wenn eine Katastrophe so groß ist, dass externe Hilfe benötigt wird, ist CARE in der Lage, global zu helfen.

In der Anfangszeit bestand die Arbeit des Wiener Büros von CARE vor allem daraus, Spenden zu sammeln. „Es gab eine Reihe von Länderbüros, mit denen zusammengearbeitet wurde”, erklärt Trink, „Für die haben wir Spenden gesammelt, und die wurden einmal im Jahr überwiesen.” Mit seiner Anstellung änderte sich das, denn er war der erste Mitarbeiter der eigenen Programmabteilung von CARE Österreich, also jenem Bereich, der Hilfsprogramme selbst entwickelt und umsetzt. Und dafür gab es einen Grund: „Die Regierung sagte damals: Nur Spendensammeln ist uns zu wenig. Wenn ihr nicht selbst eine Programmabteilung habt, bekommt ihr auch keine Hilfsgelder. Deshalb haben wir damals den Schritt gemacht, eine eigenständige Programmabteilung aufzubauen.”

Das eröffnete für CARE Österreich die Möglichkeit, mit der staatlichen Entwicklungshilfe zusammenzuarbeiten. Ein weiterer Quantensprung, so Trink, sei der EU-Beitritt Österreichs 1995 gewesen, wodurch CARE Österreich auch zum Partner der europäischen Entwicklungsarbeit wurde. Doch nicht nur in der Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen hat sich vieles gewandelt. „Als ich begonnen habe, gab es im CARE-Büro gerade den ersten Computer, aber vom Internet hat noch niemand geredet. Wir waren sehr stolz, dass wir eine Kugelkopf-Schreibmaschine von IBM hatten,” erinnert er sich.

Die Hilfe läuft oft schon vor der Katastrophe an

Seine erste Auslandsreise für CARE führte ihn 1991 in den Irak, wo damals viele irakische Kurden, die vor dem Krieg zeitweise in die Türkei geflohen waren, nach ihrer Heimkehr in Camps untergebracht waren. „CARE war vom UNHCR beauftragt worden, die Logistik für die Camps im Nordirak zu managen. Ich war zuständig für die Logistik der Camps. Es kamen täglich bis zu 100 LKWs mit je 30 Tonnen Ladung aus der Türkei, teilweise auch aus Jordanien. Wir hatten viele lokale Mitarbeiter und die galt es zu organisieren.”

Reinhard Trink 2016 in Nepal (Bild: CARE)

Seither hat Trink in unzähligen Ländern und Katastrophengebiete die Hilfe von CARE Österreich koordiniert. In wie vielen Ländern genau, das kann er nicht ad-hoc beantworten. „Da waren schon viele Regionen dabei. Die Philippinen waren das am weitesten entfernte Land. Indonesien nach dem Tsunami war dabei. Das war ein sehr großer Einsatz, der für die humanitäre Hilfe insgesamt viel geändert hat, da sich die Vereinten Nationen damals mit allen großen Hilfsorganisationen koordiniert haben, was seither bei jedem größeren Einsatz so gemacht wird. Ich war in Haiti nach dem Erdbeben. In Mosambik, wo es immer wieder Zyklone und Überschwemmungen gibt. In Nordafrika und immer wieder im arabischen Raum, am Balkan und in der Kaukasus Region.”

Die Hilfe von CARE sei heute viel besser organisiert, als vor dreißig Jahren, ist sich Trink sicher: „Wenn sich eine Katastrophe ankündigt, können wir teilweise sogar schon im Vorfeld Hilfe mobilisieren. Wirbelstürme zum Beispiel sieht man ja schon Tage vor einer Katastrophe auf dem Wetterradar. Das sind die Vorteile moderner Kommunikationsmittel. CARE hat die Welt rund um die Uhr im Blick.

Ein ausführliches Interview mit Reinhard Trink können Sie hier lesen.