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Papua Neuguinea: „Früher hat mein Mann alle unsere Einkünfte behalten“

Foto: Douglas Diave/CARE

Harte Arbeit in den Kakao-Plantagen und danach der Haushalt und die Kinder: So sah früher der Alltag von Samantha (42) aus. Die Einkünfte aus dem Verkauf der Kakaobohnen behielt ihr Mann für sich. Samantha durfte nicht mitentscheiden, was mit dem Geld geschah. Oft blieb nicht genug, um Essen für die Familie zu kaufen.

„Jetzt ist alles anders“, sagt die Mutter von vier Kindern strahlend. Samantha und ihr Mann haben an einem CARE-Training in ihrem Heimatort Bougainville teilgenommen. Dort haben sie gelernt, wie man finanziell vorausplant und als Paar gemeinsam Ziele umsetzen kann. Samantha begann in einer Kleinspargruppe Geld auf die Seite zu legen. Nach einigen Monaten reichte es dafür, dass sie und ihr Mann einen kleinen Kiosk neben dem Haus einrichten konnte. „Dort verkaufe ich Reis oder auch Kleidung“, erzählt Samantha. „Aus dem Dorf kommen viele zu mir einkaufen.“

Das zweite Standbein ist wichtig für Krisenzeiten. Als vor einigen Jahren Schädlinge die Kakao-Ernte fast zur Gänze vernichteten, musste die Familie ums Überleben kämpfen. Für den nächsten Notfall wollen sie nun Reserven haben. Samantha baut zum Beispiel Kohl und Süßkartoffeln an und verkauft das Gemüse auf dem Markt.

Samantha mit ihrer Familie. Foto: Douglas Diave/CARE

Wenn die Verkäufe im Kiosk weiter so gut laufen, will Samantha ins Haus der Familie investieren. Sie möchte eine Küche und ein WC einbauen lassen. Wie das finanziell zu stemmen ist, hat sie im CARE-Training erfahren. „Ich weiß jetzt über Buchhaltung Bescheid und wie man spart und sich das Haushaltsgeld einteilt, damit mehr übrig bleibt“, sagt sie stolz.

Samanthas ältere Kinder gehen schon zur Schule, doch sie sollen die Möglichkeit für eine höhere Ausbildung bekommen. „Ich habe mit meinem Mann besprochen, dass Sparen für Schulgeld unser nächstes Ziel ist“, sagt Samantha. Dass die Kinder wie ihre Eltern auf Kakao-Feldern arbeiten, möchte sie nicht. „Sie sollen lernen und dann einen Job bekommen“, wünscht sich Samantha. Sie macht ihnen jedenfalls jetzt schon vor, wie man den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft legt.

Erfahren Sie mehr über die Lage in Papua Neuguinea im CARE-Report „Suffering in Silence“. Das Land war unter den zehn humanitären Krisen, die 2020 keine Schlagzeilen gemacht haben.

Samanthas jüngstes Kind Brian (2,5 Jahre alt). Foto: Douglas Diave/CARE