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Nisha: mit Kraft zum Erfolg

Nisha wurde in Udayapurkot, Nepal, geboren und ist heute 30 Jahre alt. Ihre Mutter starb, als sie noch ein kleines Mädchen war. An ihr Gesicht kann sie sich nicht mehr erinnern.

Als Nesthäkchen ihrer Familie wurde Nisha von allen geliebt. Doch dann heiratete ihr Vater wieder. Ihre Stiefmutter behandelte sie schlecht und gab ihr oft nichts zu essen. Obwohl sie eine gute und eifrige Schülerin was, wollte ihre Stiefmutter nicht, dass sie weiter zur Schule ging. Sie drängte sie zur Arbeit auf dem Feld. Mit 14 Jahren wurde sie von ihrem Bruder mit dem Nachbarsjungen verheiratet – Kinderheirat war damals nichts Ungewöhnliches in ihrem Dorf. Nisha wollte nicht so jung heiraten, doch die Heirat war beschlossene Sache, auch gegen Nishas Willen. Sie wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. Weil sie eine schwere Geburt hatte, wurde sie von ihrem Mann und seiner Familie angefeindet. Sie durfte das Haus nicht mehr verlassen und wurde in allem, was sie tat, überwacht.

Da sich die Situation nicht verbesserte, verließ Nisha ihren Ehemann. Kurz darauf heiratete sie ihren zweiten Ehemann, mit dem sie ihr Glück in Indien suchte. Nach fünf Monaten schickte er sie und ihren Sohn jedoch zurück nach Nepal. Daraufhin erhielt sie drei Jahre lang hat sie kein Lebenszeichen von ihm.

Als CARE eine Frauengruppe in ihrem Dorf gründete, beschloss sie Mitglied zu werden. In der Gruppe tauschen sich die Frauen über die Probleme, die sie haben, aus und diskutieren, welche Frauenförderungsprojekte aus dem Gemeindebudget gemeinsam umgesetzt werden sollen. Laut Gesetz muss jede Gemeinde in Nepal einen bestimmten Teil des Budgets für Frauenförderung zur Verfügung stellen.

„Am Anfang traute ich mich nichts zu sagen, aber mit der Zeit brachte ich mich immer mehr ein“, meint Nisha. „Schließlich haben mich die anderen Frauen nominiert, sie und ihre Interessen auf Gemeindeebene zu vertreten. Dadurch habe ich viel über Budgetplanung gelernt.” Heute ist Nisha in ihrem Dorf ein Vorbild für viele – nicht nur weil sie sich für die Anliegen der Frauen einsetzt, sondern auch weil sie sich selbst versorgen kann. Mit einem Kleinkredit eröffnete sie einen Lebensmittelladen im Dorf.

Nach vier Jahren kehrte ihr Mann aus Indien zurück. Er war überrascht, die Veränderungen in Nishas Leben zu sehen – und beeindruckt. „Unsere Beziehung ist gut und stark. Mit meinem Einkommen und den Ersparnissen meines Mannes konnten wir ein kleines Haus kaufen, in dem sich auch mein Geschäft befindet. Wenn er in Indien ist, um zu arbeiten, telefonieren wir regelmäßig“, erzählt Nisha.

„Die Treffen mit der Frauengruppe haben mir wirklich geholfen, selbstbewusster zu sein. Jetzt habe ich keine Angst mehr, vor vielen Leuten zu sprechen. Heute kommen Nachbarn und Verwandte zu mir, um sich Rat zu holen. Obwohl ich als Kind verheiratet wurde, habe ich es geschafft, erfolgreich zu sein. Meine Familie und ich sind glücklich. Ich verdiene mein eigenes Geld mit meinem Geschäft, mein Mann hat Arbeit in Indien. Ich habe ein gutes Leben mit meiner Familie. Ich will mich nicht an die schwierige Vergangenheit erinnern, sondern die Gegenwart genießen.“

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