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Leere Hände nach den Fluten in Sri Lanka

Der 57-jährige Iyappu Jacob lebt seit seiner Geburt in Kunchukulam in Sri Lanka. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet er in der Landwirtschaft. Er ist ein sehr erfolgreicher Bauer und aktives Mitglied einer landwirtschaftlichen Organisation vor Ort. Früher besaß er sechs Hektaren Land für den Reisanbau und 75 Rinder. Jedes Jahr bewirtschaftete er erfolgreich seine Reisfelder und seine Rinder verschafften ihm ein regelmäßiges Einkommen. Doch all das änderte sich im Dezember letzten Jahres.

Der Fluss Aruvi: Fluch und Segen

Das Dorf Kunchukulam liegt im Bezirk Mannar und am Ufer des Flusses Aruvi. Der einzige Weg, das Dorf zu verlassen und zum Markt und weiteren Dienstleistungen zu gelangen führt über den Fluss. Da das Dorf fruchtbaren Boden hat und viel Wasser zur Verfügung steht betreiben die DorfbewohnerInnen in erster Linie Landwirtschaft für ihren Unterhalt. Die Flussufer und das angrenzende Land sind reich an Viehfutter und Weideland und bieten die Möglichkeit der Viehzucht. Trotz Kunchukulams landwirtschaftlichem Potential bringt der Monsun aus dem Nordosten einmal jährlich starke Regenfälle mit sich und der Fluss Aruvi steigt an und überflutet das Dorf.

Im Dezember 2014 erlebte Kunchukulam heftige Fluten, auf welche starke Regenfälle folgten, die eine ganze Woche anhielten. Da die Straßen gesperrt wurden, hatten die DorfbewohnerInnen nichts zu essen. Viele verloren ihre Eigentümer und Lebensgrundlagen im Wasser. Das ganze Dorf stand unter Wasser. Die Menschen mussten ihre Häuser evakuieren und in Schulen und Kirchen unterkommen. Ihre Gärten und das Vieh im Hinterhof wurden zerstört. Zusätzlich verschlechterten sich die Hygieneverhältnisse, da die Wasserquellen, insbesondere die Trinkwasserquellen, beschädigt und durch die Fluten unbrauchbar wurden.

Iyappu Jacob und seine Familie standen vor vielen Herausforderungen während den Fluten. Sie mussten um die tägliche Nahrung kämpfen. Die Fluten zerstörten Land und Vieh – ein verheerender Verlust für Iyappu Jacob, da seine Einkommensquelle dadurch in wenigen Tagen davon gespült wurde. Jacob und seine Familie sind traurig und wissen nicht, wie sie ihre Leben wieder aufbauen sollen.

CARE leistet Nothilfe

Die Fluten und Erdrutsche im Dezember 2014 in Sri Lanka betrafen über 1,1 Millionen Menschen. Mehr als 6.504 Häuser wurden gänzlich zerstört und 17.988 Häuser teilweise beschädigt. Ein Großteil der Infrastruktur wie Straßen, Kanäle, Brücken und Bewässerungskanäle wurden beschädigt und schnitten viele Gebiete von den wichtigen Anfahrtswegen ab. Es wird geschätzt, dass fast die Hälfte aller Reisfelder zerstört wurde, wodurch die Menschen nun ohne Besitz und Einkommen dastehen. Viele arme Familien leben von der Tagesarbeit und haben seit Wochen keinen Job mehr gehabt. CARE verteilt Nahrungsmittel und Nothilfegüter an Menschen in Not. Zusätzlich unterstützen wir die Menschen, indem wir ihnen Unterkünfte zur Verfügung stellen sowie Baumaterialien und FacharbeiterInnen. Insgesamt soll die Nothilfe von CARE und Partnern 42.400 Menschen zugute kommen.

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