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Kenia: „Es bringt die Männer nicht um, wenn sie kochen“

CARE zeigt Männern in Kenia, wie sie ihre Frauen unterstützen können.

„Es war schon seltsam, als mein Mann plötzlich begann, mir im Haushalt zu helfen“, erzählt Roseline Atieno. „Ich war zwar beeindruckt, aber es war auch ziemlich ungewohnt.“ Manche in ihrem Freundeskreis wunderten sich, warum sie jetzt schon so früh auf dem Markt sein konnte. „Sie waren total neidisch, als ich ihnen von meinem Mann erzählt habe“, lacht Roseline.

Ihr Ehemann war nicht immer so. Früher hat Tom nie auch nur einen Finger gerührt. Er dachte, Männer, die kochen oder Feuerholz holen, seien Sklaven ihrer Ehefrauen. CARE brachte die Wende.

„Erst im Nawiri-Projekt wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, dass ich meiner schwangeren Frau zur Seite stehe“, erinnert sich Tom. In mehreren Trainings lernte er, wie Ehemänner ihre Frauen bei der täglichen Hausarbeit unterstützen können.

Das hat das Zusammenleben als Familie für alle erleichtert. Davon ist Tom überzeugt: „Ich kann heute alles machen: In der Früh kehre ich das Haus, ich bereite Tee und Frühstück für die Kinder zu. Wenn sie nach der Schule hungrig nach Hause kommen, müssen sie nicht warten, bis Roseline abends vom See zurückkommt, um etwas zu essen zu bekommen.“

Roseline ist Fischhändlerin am Ufer des Viktoriasees. Sie hat mit Tom zwei Kinder und erwartet ihr drittes Baby. Dass ihr Mann jetzt auch Hausarbeit macht und für die Kinder kocht, ist eine große Erleichterung für sie. Denn früher musste sie all das neben ihrem Job alleine schaffen.

 

In einem Projekt von CARE in Kenia werden männliche Vorbilder ausgebildet.

„Heute sind wir ein Team und sorgen gemeinsam für unsere Familie“, freut sich Roseline. Tom ist davon überzeugt, dass durch das Projekt die Fälle von häuslicher Gewalt abgenommen haben.

„Die Kinder sind gesund und die Mütter können ein wenig von dem Geld, das sie verdienen, auf die Seite legen. Die Männer planen gemeinsam mit ihren Ehefrauen und es ist viel mehr Liebe und Zuneigung zu erkennen“, findet er. Tom ist zuversichtlich, dass sich durch den neuen Zugang nach und nach das Leben der Frauen und Männer in Siaya County ändern wird.

Als Mitglied einer „Male Champions“-Gruppe versucht er, als Vorbild aufzutreten und weitere Männer davon zu überzeugen, ihre Frauen zu unterstützen und zu Hause Arbeit in Haushalt und Erziehung zu übernehmen. „Viele Männer schämen sich nach wie vor dafür. Damit müssen wir umgehen. Aber ich versichere ihnen immer, dass es sie nicht umbringt, wenn sie mal ein Essen kochen“, sagt Tom lachend.

Hier finden Sie mehr zum CARE-Projekt Nawiri.

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