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Kambodscha: Sicherheit am Arbeitsplatz – und zu Hause!

Kroeun aus Kambodscha erzählt, wie das Wissen über Sicherheit am Arbeitsplatz auch ihr Privatleben veränderte.

Der Bausektor in Kambodscha floriert: Zurzeit beschäftigt er zwischen 175.000 und 200.000 Menschen. Davon ist schätzungsweise jeder Dritte weiblich. Allerdings gibt es ein Problem: Viele der ArbeiterInnen verfügen nicht über die notwendige Ausbildung oder arbeiten nur als Tagelöhner. Für weibliche Bauarbeiter ist die Lage noch schlechter: Sie sind häufig in den am niedrigsten bezahlten Positionen tätig, erhalten weder den gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen noch haben sie den nötigen Einfluss, um verbesserte Arbeitsbedingungen einzufordern.

CARE setzt sich daher gezielt für die Umsetzung von grundlegenden Arbeitnehmerrechten und Schutzmaßnahmen für Bauarbeiterinnen ein.

Kroeun, 52, ist eine von 3.000 Frauen, die an diesem Projekt teilnehmen. Sie ist seit über 20 Jahren als Bauarbeiterin tätig und kann aus erster Hand über die positiven Veränderungen berichten:

Ein Drittel der Bauarbeiter in Kambodscha sind Frauen.
Kroeun, 52, arbeitet seit 20 Jahren am Bau.

CARE-Trainings schaffen Sicherheit
„Ich verließ meine Heimatprovinz Prey Veng vor 20 Jahren auf der Suche nach Arbeit im Baugewerbe. Heute bin ich mit einem Bauarbeiter verheiratet und zusammen haben wir fünf Kinder. Lange war es für die Menschen, die auf der Baustelle arbeiteten, üblich, weder Helme noch die passenden Schuhe zu tragen. Das Bauunternehmen stellte uns zwar Gurte für Arbeiten auf höher gelegenen Stellen zur Verfügung, allerdings wurden sie von den meisten nicht genutzt. Sie kletterten einfach ohne Sicherheitsvorkehrungen die Gerüste hoch.

Ich habe an allen Trainings von CARE teilgenommen, die auf der Baustelle angeboten wurden. Seitdem habe ich ein besseres Verständnis für die Bedeutung von Sicherheit am Arbeitsplatz. Dadurch habe ich nun weniger oft geschwollene Füße und mache mir weniger Sorgen um meine Sicherheit. Meine Kinder sind ebenfalls als Bauarbeiter tätig, allerdings auf einer anderen Baustelle. Das, was ich lerne, gebe ich an sie weiter, damit sie die nötigen Schutzvorkehrungen treffen. Zusätzlich geht das Bauunternehmen nun auch noch gegen Mitarbeiter vor, die sich nicht an die Sicherheitsrichtlinien halten.“

Mehr Rechte für Bauarbeiterinnen in Kambodscha.
Mehr Rechte für Bauarbeiterinnen in Kambodscha.

Lehrgänge helfen auch im Privatleben
„Was ich bei den Trainings am Arbeitsplatz gelernt habe, hat mir auch geholfen, besser mit meinem Ehemann zu kommunizieren. Er trank in der Vergangenheit sehr viel Alkohol – das hat mich beunruhigt und auch viel Geld verschlungen. Die Trainings haben mir die Gefahren von übermäßigem Alkoholkonsum bewusst gemacht. Ich habe zu meinem Ehemann gesagt: Es ist wichtig, dass du weniger trinkst. Es ist besser für deine Gesundheit. Vor allem ist es gefährlich, wenn du trinkst und Auto fährst oder auf der Baustelle arbeitest. Er hat es wirklich verstanden! Ich musste es ihm nur einmal sagen und seitdem hält er sich daran. Was für eine Erleichterung, denn unsere Söhne folgen seinem Beispiel.

Als mein Ehemann noch trank, hatten wir Schulden. Jetzt können wir sogar Geld sparen! Ich mache mir keine Sorgen mehr und bin glücklich, dass meine Familie eine sichere Zukunft hat.“

Mehr zu CARE Österreichs Projekten zur Verbesserung von Arbeitsrechten finden Sie hier.