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Kambodscha: Arbeit am Bau ist hier ein Frauenjob

Kambodscha. Foto:CARE

Chok Yeoun kommt aus der Provinz Kandal in Kambodscha und hat fünf Kinder. Jeden Morgen verlässt sie ihr kleines Haus, wo sie Gemüse anbaut, schwingt sich auf ihr Motorrad und macht sich auf den 15km langen Weg nach Phnom Penh.

„Wenn ich zur Arbeit gehe, mache ich mir Sorgen um meine Kinder. Sie sind zu weit weg, doch ich muss Geld verdienen,“ erzählt Chok Yeoun. „Ich bin eine Bauarbeiterin und werde von Tag zu Tag bezahlt.“

Eine Bauarbeiterin würde auf Baustellen in Österreich als ungewöhnlich auffallen. Doch der Bausektor in Kambodscha erlebt einen Boom. Unter den hier beschäftigten 200.000 ArbeiterInnen sind geschätzte 30 Prozent weiblich. Viele von ihnen kommen aus den ländlichen Regionen. Meist war es die Not, die sie von der Agrar- und Subsistenzwirtschaft in die größeren Städte trieb. Arbeit finden sie in Kambodschas Textil- und Bauindustrie.

Auf Chok Yeouns Baustelle arbeiten etwa 1.000 Menschen. In ihrem Team sind es 18 Männer und fünf Frauen. „Unsere Arbeit auf der Baustelle ist nicht einfach. Manchmal mag ich es und manchmal auch nicht. Glück und Unglück gehen hier Hand in Hand,“ erzählt die Bauarbeiterin aus ihrem Alltag.

Die Arbeit in der Hitze ist mühsam und gefährlich. „Die meisten der Baufirmen folgen dem Gesetz und stellen uns die Sicherheitsausrüstung zur Verfügung, doch einige machen dies nicht. Für das vollständige Set der Sicherheitsausrüstung bestehend aus Helm, Schuhen und Weste verlangen sie 25 USD. Ich bekomme am Tag lediglich 18.000 Riel. Das bedeutet, dass ich sechs Tage arbeiten muss, um sie abbezahlt zu haben.“

Neben arbeitsrechtlichen Problemen sind die Frauen auf der Baustelle noch mit sozialen Schwierigkeiten in einer von Männern dominierten Branche konfrontiert. Ihre Arbeit wird unterschätzt, Fortbildungsmöglichkeiten für Frauen sind selten, die Bezahlung liegt weit unter dem Schnitt ihrer männlichen Kollegen und darüber hinaus sind sie mit sexueller Belästigung konfrontiert.

CARE und die beiden Partnerorganisationen „Cambodian Women for Peace and Development“ und „Legal Support for Children and Women“ arbeiten gemeinsam mit 3.000 Baurarbeiterinnen, Gewerkschaften, der Zivilgesellschaft, dem Ministerium für Arbeit und Berufsausbildung sowie 300 privaten Bauunternehmen daran, die Situation der Arbeiterinnen zu verbessern.

Weiter Informationen unter: https://www.care.at/decentwork-dossier-2017/