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Jordanien: „Wir hoffen, dass wir irgendwann nach Syrien zurückkehren können“

azraq

Einst als Übergangslösung errichtet, leben acht Jahre später immer noch rund 43.000 Menschen im Azraq-Flüchtlingscamp in Jordanien. Die meisten stammen aus Syrien, wo seit 2011 Krieg herrscht. Das Camp wurde im April 2014 eröffnet und befindet sich in der Wüste 20 km westlich von al-Azraq und 90 km von der jordanisch-syrischen Grenze entfernt. Anlässlich des 8. Jahrestages der Eröffnung des Camps teilen einige Bewohner:innen hier ihre Geschichten:

Lateefa Taleb (63) floh aus Syrien und kam 2013 nach Jordanien. Seit fast acht Jahren lebt sie zusammen mit ihren beiden Söhnen, ihren beiden Schwiegertöchtern und ihren 14 Enkelkindern im Camp. Ihr Mann verstarb vor 44 Jahren, als sie mit ihrem zweiten Sohn schwanger war. „Nach acht Jahren hier sind wir einfach nur müde. Ich wünsche mir, dass meine Enkelkinder eine bessere Ausbildung erhalten. Bis heute können sie nicht richtig schreiben“, sagt Lateefa.

Eine große Freude im Leben bereitet ihr der CARE Nähkurs im Camp. Hier können sich die Frauen austauschen und sogar etwas Geld dazuverdienen. „Die Arbeit hier hat meine Stimmung zum Positiven verändert. Ich bin jetzt glücklicher“, sagt Lateefa. Auf dem Bild näht sie gerade ein Oberteil für ihren Enkel.

Mohammad Gado (25) ist ein syrischer Flüchtling, der im Azraq-Camp auf einer CARE-Hydrokultur-Farm arbeitet. Mohammad arbeitet hier seit einem Jahr und pflanzt Salat, Gurken und manchmal auch Tomaten. „Ich mag meine Arbeit. Etwas zu produzieren ist großartig. Ich kümmere mich gerne um die Pflanzen“, sagt Mohammad.

Amneh Barakat (74) und ihre Enkelinnen Besan (11) und Amneh (8) leben seit sieben Jahren im Azraq-Camp. Die insgesamt zehnköpfige Familie floh aus Damaskus nach Jordanien. Die Ehemänner, Brüder und Söhne sind alle im Krieg in Syrien gefallen. „Wir sind alle Witwen, die geflohen sind, um das Leben unserer Kinder zu retten. Wir haben nur die Kleidung mitgenommen, die wir anhatten. Den Rest mussten wir zurücklassen“, berichtet Amneh. Ihre Enkelin Besan ist elf Jahre alt und geht im Camp zur Schule. „Mein Lieblingsfach in der Schule ist Arabisch, weil ich gerne lese und schreibe. Später möchte ich Ärztin werden, um andere Kinder zu behandeln“, sagt Besan.

Besam und ihre achtjährige Schwester Amneh, welche nach ihrer Großmutter benannt ist, helfen bei den täglichen Aufgaben mit. „Wir hoffen, dass wir irgendwann nach Syrien zu unseren Freunden und Verwandten zurückkehren können“, sagt das Familienoberhaupt abschließend.

Ala Azraq

Ala (11) lebt seit fast acht Jahren mit ihrer Familie in Azraq. Ala floh mit ihren Eltern und Geschwistern als 3-Jährige von Nordsyrien nach Jordanien. Ihre Eltern wünschen sich für all ihre Kinder eine gute Ausbildung und eine bessere Zukunft. „Ich möchte Anwältin werden, um die Schwachen zu verteidigen“, sagt Ala. Sie liebt es Fußball zu spielen. „Manchmal bin ich sogar besser als die Jungs“, fügt Ala zum Schluss hinzu.

Alle Fotos ©CARE/Nadia Bseiso.

CARE lässt die Menschen in Syrien nicht im Stich. Wir werden auch nach elf Jahren Krieg weiter Nothilfe leisten.

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