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Jordanien: Von der kleinen Küche zu Hause zum eigenen Unternehmen

Kleinspargruppen stärken Frauen und fördern wirtschaftliche Unabhängigkeit. Unternehmer:innen kommen regelmäßig zusammen und lernen, wie sie mit Geld und Kapital umgehen. Die Mitglieder:innen der Kleinspargruppen nehmen an verschiedenen Kursen von CARE teil und erhalten Zuschüsse für ihre Unternehmen, damit diese wachsen können. Sana (43), Hanan (50), Ghena (34) und Ektimal (41) haben ein eigenes Unternehmen auf die Beine gestellt und verkaufen Backwaren oder hausgemachte Mahlzeiten.

„Die Gruppe hat mir Selbstvertrauen gegeben und meinen Charakter gestärkt. Ich habe gelernt, wie ich eine Unternehmerin sein kann“, erzählt Sana (43). Sie ist Jordanierin und führt ein Kleinunternehmen, bei dem sie selbstgemachte Mahlzeiten sowie Back- und Süßwaren verkauft. Die Idee dazu entstand vor acht Jahren, als Sana Mahlzeiten an Freunde und Familie verteilte. Diese ermutigen sie, ihre Gerichte zu verkaufen. Sie startete ihr Unternehmen mit 20 jordanischen Dinar (ca. 26 Euro). Als sie ihre Mahlzeiten auf einem Basar verkaufte, erfuhr sie von der Kleinspargruppe von CARE. Durch den Zuschuss von CARE ist ihr Unternehmen gewachsen. Insbesondere der Social-Media-Marketing-Kurs von CARE hat ihr sehr geholfen, da sie so viele Kund:innen gewonnen hat. 

„Ich möchte in der Zukunft mein eigenes Lokal eröffnen“, so Hanan (50), die 2003 aus Palästina nach Jordanien gekommen ist. Sie arbeitete bis 2019 als Lehrerin. Ihre Kolleg:innen waren auch die ersten Kund:innen für ihre selbstgemachten Mahlzeiten. Hanan baute ihr Unternehmen mit 35 jordanischen Dinar (ca. 45 Euro) auf. Durch die Kleinspargruppe von CARE lernte sie, wie sie Kapital anlegt. Das half ihr, den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sichern, da ihr Ehemann arbeitslos ist. „Durch die Kleinspargruppe wurden wir organisierter. Sie brachte uns auf den richtigen Weg. Ich weiß jetzt, wie der Markt funktioniert und bin viel spezifischer in meinen Produkten. Das hat unsere Sicht auf die Welt verändert. Wir dachten, es gäbe keine Jobs, aber wir können mehr tun“, so Hanan.

Ghena (34) hat als Diabetikerin ein Unternehmen aufgebaut, das gesunde Mahlzeiten und Backwaren speziell für Diabetiker:innen zubereitet. „Ich möchte vielen Menschen zeigen, wie sie sich gesund ernähren können“, erzählt sie. Ihre ganze Familie hat nun ihren Lebensstil angepasst und möchte andere betroffene Menschen unterstützen. Ghena ist 2012 aus Syrien nach Jordanien geflohen und lebt mit ihrem Ehemann und vier Kindern in Amman. Bevor Ghena an den Kursen von CARE teilgenommen hatte, gab sie das eingenommene Geld sofort aus. „Jegliche Einnahmen habe ich sofort für unser Haus ausgegeben. Jetzt weiß ich, was Kapital ist und wie ich das Geld anlegen kann. In der Kleinspargruppe leiht man Geld von der Gruppe aus. Vorher habe ich alles ohne Struktur oder einen Plan gemacht“, erzählt Ghena.

Ektimal (41) ist 2013 aus Damaskus, Syrien nach Jordanien geflohen und fing an, daheim zu kochen und ihre Mahlzeiten zu verkaufen. „Mit CARE habe ich gelernt, wie ich kostendeckend arbeiten kann und wie man einen Profit erwirtschaftet“, berichtet sie nun. Freund:innen und Verwandte fragten sie immer wieder, welche Gewürze sie für ihre Mahlzeiten verwendet. So kam sie auf die Idee ein Unternehmen zu gründen, das Gewürze verkauft. Inzwischen ist ihr Unternehmen zu einem Familienbetrieb geworden. „Mein Ehemann hilft mir mit meinen Gewürzen. Wir arbeiten jetzt eng zusammen. Ich wünsche mir, dass wir in Zukunft noch größer werden“, so Ektimal abschließend.

Gemeinsam mit der Austrian Development Agency unterstützt CARE syrische Flüchtlingsfamilien in Jordanien. Kleinspargruppen und Schulungen zur Entwicklung kleiner Unternehmen helfen den Familien eigene Einnahmequellen aufbauen zu können. Ziel des Projektes ist eine nachhaltige, ökonomische, soziale und psychologische Stärkung von syrischen Flüchtlingsfamilien.

Alle Fotos © Nadia Bseiso / CARE