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Jordanien: „Ich möchte Architektin werden, um meine Heimat Syrien wieder aufzubauen“

© Nadia Bseiso / CARE

Ich freue mich, dass ich wieder zur Schule gehen kann, um meine Träume zu verwirklichen“, so Marwa. Mit ihren Eltern und vier älteren Geschwistern lebt sie in Zarqa, Jordanien. Die Familie stammt ursprünglich aus Dara’a in Syrien. Die 15-Jährige geht gerne in die Schule. Zurzeit besucht sie die 8. Klasse. Ihre Lieblingsschulfächer sind Mathematik und Englisch. „Ich möchte Architektin werden, um meine Heimat Syrien wieder aufzubauen“, sagt Marwa.

„Wir werden kein Haus haben, wenn wir irgendwann wieder nach Syrien zurückgehen“, berichtet Hind, Marwas Mutter. Das Wohmhaus der Familie in Syrien ist eingestürzt. „Es war sehr hart für uns, unsere Heimat zu verlassen. Ich bin alleine mit den Kindern geflohen. Mein Ehemann kam erst später nach. Wir mussten weg, denn es gab mehrere Bombenanschläge in der Nachbarschaft. Wir haben alles zurückgelassen, weil wir gehofft hatten, dass wir bald zurückkommen würden“, erinnert sich Hind. Ihre Familie ist immer noch in Syrien, der Bruder starb im Krieg. „Daheim ist es immer noch nicht sicher. Es gibt viele Attentate. Alles ist teuer und es ist unmöglich, eine Arbeitsstelle zu finden“, erzählt Hind.

© Nadia Bseiso / CARE

Marwa war bei der Flucht fünfeinhalb Jahre alt und erinnert sich nicht an viel. In Jordanien konnte sie ein Jahr lang nicht zur Schule gehen, da sie zu weit weg und zu teuer war. Sie wäre jetzt eigentlich schon in der 9. Klasse. In dem Jahr unterstützte sie ihre Familie zuhause. Gemeinsam mit ihrer Mutter hat sie Mahlzeiten gekocht, die Hind dann verkauft hat. Inzwischen ist Marwa im dritten Jahr des „Cash for Education“ Projekts von CARE und geht wieder zur Schule. Das Geld reichte sogar aus, um auch ihre ältere Schwester Toqa zurück zur Schule zu schicken. Sie beendet gerade die 12. Klasse.

Ihr älterer Bruder Nader hat die Schule abgebrochen, als sie nach Jordanien kamen. Inzwischen arbeitet er als Koch in einem Restaurant. „Ich war sehr gestresst und enttäuscht, dass ich meinen Kindern keine Bildung ermöglichen konnte“, erzählt Hind. CARE war ihre einzige Möglichkeit. Ihr Ehemann hat keine Arbeit und das Einkommen aus ihrer Küche reichte nicht. „Es war der glücklichste Moment meines Lebens, als ich Marwa und Toqa zurück zur Schule schicken konnte.“

Gemeinsam mit der Austrian Development Agency unterstützt CARE Familien mit Bargeld, um Kindern den Zugang zu Bildung zu verbessern. Ziel des Projektes ist eine nachhaltige, ökonomische, soziale und psychologische Stärkung von syrischen Flüchtlingsfamilien.