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Neubeginn in Jordanien: „Früher habe ich Nähen gehasst“

„Eigentlich habe ich Nähen immer gehasst“, lacht Ghada.

In Syrien arbeitete die 39-Jährige als Assistentin in einer Klinik. Sie half vielen, die im Krieg verwundet wurden. Im Juni 2014 landete die Mutter von sechs Kindern schließlich mit ihrer Familie im Flüchtlingslager Azraq in Jordanien. „Anfangs konnte ich als Helferin in der Tagesbetreuung arbeiten. Danach habe ich begonnen, als Freiwillige für CARE Gemeinwesenarbeit zu machen. So habe ich auch davon erfahren, dass man hier eine Berufsausbildung machen kann“, erzählt Ghada.

Weil im Flüchtlingslager große Nachfrage nach Näh- und Stickarbeiten bestand, entschied sie sich für eine Ausbildung zur Näherin. „In Syrien habe ich das alles nicht gelernt. Ich habe allein die Vorstellung zu nähen schon furchtbar gefunden. Als ich dann gesehen habe, mit welchem Enthusiasmus die anderen Frauen bei der Sache waren, habe ich mir gedacht: Das probiere ich auch!“, erinnert sich Ghada.

Doch die anfängliche Euphorie hielt nicht lange. „Nach der ersten Stunde wollte ich alles hinschmeißen. Es war so schwierig! Ich war total entmutigt und konnte mir nicht vorstellen, dass ich das durchziehe. Hätten die CARE-Betreuerinnen mich nicht angerufen und überredet, wiederzukommen, hätte ich aufgehört.“

Die Abschlussprüfung nach dem Training hat sie schließlich mit Auszeichnung bestanden. Danach begann Ghada, zerschlissene Kleidungsstücke von Kindern in ihrem Wohnblock im Azraq Camp zu flicken. „Ich versuche, die Kleider nicht nur zu reparieren, sondern schöner zu machen. Manchmal sticke ich bunte Muster oder nähe Stoffstücke ein, dann sind sie wie neu. Es macht mich glücklich zu sehen, welche Freude die Kinder damit haben.

In Zukunft möchte Ghada selbst Nähkurse geben: „Es gibt viele wie mich, die nicht nähen können. Auch wenn sie kein Geld haben, können sie dann immerhin selbst ihre und die Kleidung ihrer Kinder flicken. Das reicht mir als Bezahlung.“

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