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Jemen: Helferin Mona im Land von Hunger und Cholera

Im Jemen haben fast 20 Millionen Menschen kein sauberes Wasser. CARE hilft mit Wassertanks. Foto: CARE

Zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August schildern CARE-NothelferInnen ihren Alltag in Krisengebieten:

Drei Jahre nach Ausbruch des Konflikts im Jemen fällt die Bilanz düster aus: Über 70 Prozent der Bevölkerung benötigen humanitäre Hilfe. Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und über 60 Prozent sind von akuter Lebensmittelknappheit bedroht. Dazu kommt die Cholera-Epidemie, die sich rasant ausbreitet. Schätzungen zufolge sind derzeit über 300.00 Menschen an Cholera erkrankt. Das Gesundheitssystem steht vor dem Kollaps, während andere öffentliche Dienste praktisch nicht mehr existieren.

Die HelferInnen arbeiten rund um die Uhr. In der Hajja-Provinz leistet CARE lebensrettende Nothilfe. Dabei steht sauberes Wasser, Nahrung und die Schaffung neuer Einkommensquellen im Mittelpunkt. Ein achtköpfiges CARE-Team reist an drei bis vier Tagen pro Woche in die abgelegenen Dörfer, um die benötigte Hilfe zu leisten.

Mona Mubarak Al Kawkabane ist eine davon. Seit drei Jahren leiden auch sie und ihre KollegInnen unter den Folgen des Konflikts. Gleichzeitig haben sie sich gänzlich der Unterstützung von Notleidenden verschrieben. Mona teilt sich ein kleines Apartment mit ihren Kolleginnen Ola und Kayeleh. Die Frauen kommen nicht aus Hajjah und haben keine Verwandten hier. Am Anfang war das sehr schwierig, denn im Jemen leben Frauen normalerweise nicht alleine. Die drei sind jedoch nicht nur Kolleginnen, sondern auch Freundinnen und unterstützen einander bei allen Schwierigkeiten.

Mona Mubarak Al Kawkabane ist für CARE als Nothelferin im Jemen aktiv
Mona Mubarak Al Kawkabane arbeitet für CARE als Nothelferin im Jemen. Foto: CARE

6:00 Unser Tag startet sehr früh morgens, denn viele der Dörfer sind sehr weit weg. Manchmal brauchen wir bis zu vier Stunden dorthin. Hajjah ist eine gebirgige Gegend und die Straßen sind sehr schlecht. Wir verbringen also viel Zeit unterwegs.

Mehrmals werden wir bei Checkpoints angehalten und müssen dort mehrere Stunden warten, bis wir weiterfahren dürfen. Dann werden meine Kolleginnen und ich oft gefragt, wo unser männlicher Begleiter sei. Frauen müssen auf Reisen nämlich von ihrem Ehemann, Vater oder Bruder begleitet werden. Weil wir alleine unterwegs sind, verzögert das unsere Mission.

In den Dörfern besuchen wir die Familien in ihren Häusern und sprechen mit ihnen, um ihre Bedürfnisse besser verstehen zu können. Viele sind in großer Not und benötigen dringend Hilfe.

10:00 Wir sind im Bergdorf Al Shagadra. Das größte Problem hier ist der Zugang zu Wasser. Ich spreche mit der 16-jährigen Aysha, die bis vor kurzem jedes Mal drei Stunden zu Fuß gehen musste, um zehn Liter Wasser nach Hause zu bringen. Wegen der Hitze trank sie immer schon am Rückweg einen großen Teil vom stark verschmutzten Wasser.

CARE hat hier vor kurzem einen Brunnen gebaut. Die Mädchen müssen jetzt viel kürzere Wege zurücklegen, um Wasser zu holen. Das Wasser wird regelmäßig getestet, um sicherzugehen, dass die Menschen sauberes Wasser zum Trinken und Kochen haben.

Mädchen holen Wasser für ihre Familien. Foto: Thana Faroq/CARE

15:00 Die Familien, mit denen wir sprechen, sind sehr gastfreundlich und laden uns oft zum Essen ein. Trotz der Krise haben die Menschen des Jemen ihre Großzügigkeit bewahrt. Das ermutigt uns, noch mehr zu helfen. Manchmal gibt es aber so viel zu tun, dass wir die Nacht in den Dörfern verbringen und erst am nächsten Tag zurückfahren.

19:00 Abends denke ich oft über mein Leben nach und warum ich Menschen helfe. Erinnerungen überkommen mich: Als kleines Mädchen saß ich vor unserem Haus und sah den anderen Kindern zu, wie sie zur Schule gingen. Eines Tages folgte ich ihnen. Mein Vater wurde sehr wütend und wollte wissen, warum ich ohne seine Erlaubnis zur Schule gegangen war. Da erzählte ich ihm, wie gerne ich eine Ausbildung haben würde. Das berührte ihn sehr und schließlich schickte er mich zur Schule. Heute bin ich die erste Frau aus meinem Dorf mit abgeschlossenem Studium.

Ich weiß, dass meine Arbeit dringend gebraucht wird und ich werde weiterhin dort helfen, wo es nötig ist. Das ist meine größte Leistung und es macht mich glücklich.