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Bangladesch: Wie digitale Vernetzung für Ernährungssicherheit sorgen kann

Eine digitale Plattform verbessert den Informationsfluss im Ernährungssektor, um Lebensmittelengpässe im Norden Bangladeschs frühzeitig zu verhindern.

Damit die Bevölkerung in benachteiligten Regionen ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt werden kann, ist Planung nötig. Dabei stellen sich komplexe Fragen: Wie wird die lokale Ernte ausfallen und wie sind die Lagerbestände? Welche klimatischen Bedingungen sind zu erwarten? Wieviel Babynahrung wird benötigt? Wie entwickeln sich die Lebensmittelpreise und ist genügend Saatgut vorhanden? Natürlich erleichtert es die Planung, wenn die Stellen, die in der Lebensmittelversorgung eine Rolle spielen, miteinander in engem Kontakt stehen und ihre Daten untereinander austauschen. Und auch die Bäuerinnen und Bauern selbst, sollen ihr Wissen über besonders effiziente Anbaumethoden weitergeben können.

Hier setzt das CARE-Projekt JANO in Bangladesch an. Darin wird gemeinsam mit dem Social Business Unternehmen mPower eine Online-Plattform entwickelt, die den Informationsfluss zwischen unterschiedlichen Akteuren erleichtert und so die Ernährungsplanung auf regionaler Ebene verbessert. Das Projekt wird gefördert von der Europäischen Union sowie der Austrian Development Agency (ADA). Im Projekt werden zunächst ganz konkret die Menschen in zwei Bezirken im Norden Bangladeschs von der Verbesserung der Ernährungsplanung profitieren.

Ende September wurde die digitale Plattform bei einem Event in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, vorgestellt.

„Die mangelnde Vernetzung und der fehlende Informationsaustausch haben die Nahrungsmittelversorgung in der Projektregion bislang stark beeinträchtigt”, erklärt Zaki Haider vom Sozialunternehmen mPower. „Die Nahrungsmittelversorgung hängt stark von der Produktivität der Bauern ab, die hier immerhin mehr als 70 % der Bevölkerung ausmachen. Wegen ihres begrenzten Zugangs zu Informationen haben die Landwirte kaum die Möglichkeit, Beratungsdienste für optimale Bewirtschaftungsmethoden zu nutzen. Daher können sie nur traditionelle Anbaumethoden anwenden, was zu sehr geringen Erträgen führt, die sich auf die Nahrungsmittelversorgung auswirken.”

Die Online-Plattform soll den Wissenstransfer unter den Landwirten der Region verbessern und auch dafür sorgen, dass sie einen besseren Zugang zu hochwertigem Saatgut etc. erhalten. Haider ist davon überzeugt, dass der vermehrte Einsatz digitaler Innovationen im Entwicklungsbereich wichtig ist und Wirkung zeigen wird: „Wir befinden uns im Zeitalter der vierten industriellen Revolution. Digitale Technologien verändern die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten. Entwicklungsorganisationen sind davon keine Ausnahme. Alle Beteiligten, von den Regierungen über die Hilfsorganisationen bis hin zu den Begünstigten, verlassen sich heute auf digitale Tools. Open-Source-Technologien können Entwicklungsprojekte unterstützen und die Verwirklichung jedes einzelnen der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) beschleunigen.”

Sehen Sie hier ein Video über das Projekt JANO (in englischer Sprache).